Südosteuropa: „Von der Spannung zur Versöhnung“

Hochrangige wissenschaftliche Konferenz der „Pro Oriente“-Historikerkommission von 21. bis 23. November in Wien – Öffentliche Podiumsdiskussion „Religion und Staat am Balkan. Ein Lernfeld für Europa“ am 22. November im Institut für Osteuropäische Geschichte

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Foto: © Gryffindor (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Public domain)

Wien, 14.11.18 (poi) „Von der Spannung zur Versöhnung“: Unter diesem Titel setzt sich die „Pro Oriente“-Historikerkommission von 21. bis 23. November im Wiener Kardinal-König-Haus mit den „intraregionalen und interreligiösen Beziehungen in Südosteuropa“ auseinander. Im Rahmen der wissenschaftlichen Konferenz findet am 22. November um 19 Uhr eine öffentliche Veranstaltung als Podiumsdiskussion zum Thema „Religion und Staat am Balkan. Ein Lernfeld für Europa?“ statt. Die Podiumsdiskussion ist um 19 Uhr im Hörsaal des Instituts für Osteuropäische Geschichte (Universitätscampus, 1090 Wien, Spitalgasse 2, Hof 3) anberaumt. Unter der Leitung von Prof. Florian Bieber (Zentrum für Südosteuropa-Studien der Universität Graz) diskutieren Mihail Cekov (Strumica) von der mazedonischen evangelisch-methodistischen Kirche, der österreichische serbisch-orthodoxe Bischof Andrej (Cilerdzic), der bayrische Imam Benjamin Idriz (Penzberg), der katholische Erzbischof von Belgrad, Stanislav Hocevar, die Vizepräsidentin der Münchner Südosteuropa-Gesellschaft, Botschafterin a.D. Gudrun Steinacker, und Botschafter i.R. Christian Prosl als Repräsentant des österreichischen Außenministeriums. „Pro Oriente“-Präsident Alfons M. Kloss wird begrüßen und die Zielsetzung der wissenschaftlichen Konferenz darlegen.

Bei der Eröffnung der wissenschaftlichen Konferenz – an der 30 Expertinnen und Experten teilnehmen – am 21. November sprechen der Vorsitzende der „Pro Oriente“-Historikerkommission, Prof. Harald Heppner, Repräsentanten der Kooperationspartner – Botschafterin a.D. Gudrun Steinacker (Südosteuropa-Gesellschaft München) und Prof. Oliver Jens Schmitt (Institut für Osteuropäische Geschichte Wien) – sowie Konrad Clewing (Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung Regensburg), der das Konzept der Konferenz entworfen hat. Das erste Panel befasst sich – unter der Leitung von Prof. Olga Katsiardi-Hering (Universität Athen) – mit der Frage, was von der traditionellen religiösen Vielfalt Südosteuropas im Hinblick auf die fortschreitende religiöse Pluralisierung auf dem europäischen Kontinent zu lernen ist und wie sich die Beziehungen der Religionsgemeinschaften mit den Gesellschaften der südosteuropäischen Länder entwickelt haben. Am Abend des 21. November sind die Teilnehmenden der „Pro Oriente“-Konferenz in der Diplomatischen Akademie bei einer Veranstaltung des „Forums für Weltreligionen“ und der „Weltkonferenz der Religionen für den Frieden“ mit dem slowenischen Mufti Nedzad Grabus (der über „Religionsfreiheit als Herausforderung und Botschaft“ spricht) und einer anschließenden Begegnung mit dem serbisch-orthodoxen Bischof Andrej (Cilerdzic) zu Gast.

Das zweite Panel nimmt – unter der Leitung von Prof. Mehmet Hacisalihoglu (Technische Yildiz-Universität Istanbul) – den Einfluss der Religion auf Gesellschaft und Kultur Südosteuropas unter die Lupe. Im dritten Panel geht es – unter der Leitung von Prof. Thomas Bremer (Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Münster) – um den Einfluss der Religionsgemeinschaften sowohl auf Eskalation als auch De-Eskalation von Konflikten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Rolle der Religionen in den jugoslawischen Nachfolgekriegen der 1990er-Jahre. Das vierte Panel befasst sich – unter der Leitung von Vedran Dzihic (Austrian Institute for International Affairs) – mit der Ausklammerung des religiösen Faktors in der EU-Strategie für die Stabilisierung Südosteuropas. Das fünfte Panel analysiert – unter der Leitung von Prof. Florian Bieber – die unterschiedliche Gestaltung des Verhältnisses von Religion und Politik in den Ländern Südosteuropas. Dabei kommt auch der frühere Vorsitzende des Stabilitätspakts für Südosteuropa (der von 1999 bis 2008 Bestand hatte), Vizekanzler a.D. Erhard Busek, zu Wort.