Syrien-Debatte des Europaparlaments in Anwesenheit des Erzbischofs von Aleppo

EP-Präsident Tajani: „Nichts kann Gewalt, Tod, ethnische Säuberung rechtfertigen“ – Verurteilung aller Gewaltakte, einschließlich der jetzt bekannt gewordenen Fälle von sexuellen Übergriffen durch UN- und NGO-Mitarbeiter

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Foto: © HazteOir.org (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

Brüssel, 28.02.18 (poi) In Anwesenheit des melkitischen griechisch-katholischen Erzbischofs von Aleppo, Jean-Clement Jeanbart, hat das Europäische Parlament (EP) in Brüssel seine Syrien-Debatte begonnen. Parlamentspräsident Antonio Tajani – der zuvor mit Erzbischof Jeanbart zusammengetroffen war – betonte: „Alle Seiten müssen ihre Verantwortung übernehmen“. Nichts könne „Gewalt, Tod, ethnische Säuberung“ rechtfertigen. Die Syrer hätten das Recht, in ihrem Land „frei und sicher“ zu leben, mit „ihren Kirchen und ihren Moscheen“. Er verurteile alle Gewaltakte, unterstrich Tajani, und bezog auch die jetzt bekannt gewordenen Fälle von sexuellen Übergriffen durch UN- und NGO-Mitarbeiter ein, „die eigentlich Nahrungsmittelhilfe hätten verteilen sollen“.

Bei seiner Begegnung mit dem melkitischen Erzbischof von Aleppo hatte der EP-Präsident zur raschen Verwirklichung der Resolution des UN-Sicherheitsrates vom 24. Februar aufgerufen. Die „humanitären Wege“ seien nicht ausreichend. Ein dauerhafter Waffenstillstand sei dringend notwendig, um „die Zivilbevölkerung zu schützen, die Verwundeten und Schwerkranken zu evakuieren und die Verteilung von Hilfsgütern zu ermöglichen“. Die zweite Syrien-Konferenz, die am 24./25. April in Brüssel stattfinden werde, dürfe sich nicht mit Erklärungen begnügen, sondern müsse zu „konkreten politischen und humanitären Lösungen“ führen. (forts)