Syrisch-orthodoxer Patriarch verlangt Aufhebung der Sanktionen gegen Syrien

Appell für die beiden entführten Metropoliten von Aleppo wurde auch in den syrisch-orthodoxen Gotteshäusern in aller Welt in die Osterliturgie eingeblendet

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Foto ©: Garzo (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication)

Damaskus, 29.04.19 (poi) Der syrisch-orthodoxe Patriarch Mor Ignatius Aphrem II. hat bei der feierlichen Osterliturgie in der Georgskathedrale im Damaszener Stadtteil Bab Touma zur Aufhebung der „illegalen, ungerechten und einseitigen“ Sanktionen gegen Syrien aufgerufen. Niemandem dürften die grundlegenden Menschenrechte vorenthalten werden. In eindringlicher Weise betete der Patriarch um Frieden für Syrien und den ganzen Nahen Osten. Sein Gebet gelte auch denen, die in Syrien „Böses tun“, damit „der Herr sie erleuchte und sie zur Erkenntnis der Wahrheit bringe“. Ein eindrucksvoller Höhepunkt der Liturgie war auch das Gebet für die beiden entführten Metropoliten von Aleppo, Mor Gregorios Youhanna Ibrahim und Boulos Yazigi. Das Gebet für die beiden vor sechs Jahren entführten Metropoliten und deren Bilder waren Bestandteil der österlichen Videobotschaft des Patriarchen, die in den syrisch-orthodoxen Gotteshäusern in aller Welt (auch in Wien) in die Osterliturgie eingeblendet wurde.

In seiner Predigt appellierte Mor Ignatius Aphrem II. an die Christen, ein dem Glauben an die Auferstehung Jesu Christi entsprechendes Leben zu führen und so zu einer „neuen Schöpfung im Geist und in der Wahrheit“ zu werden. Das Böse, die Kriege, die Zerstörungen, der Hunger seien Zeichen eines „schwachen Glaubens“ an die Auferstehung. Wenn wirklich an die Auferstehung Jesu geglaubt werde, wäre die Welt, so der Patriarch, ein besserer Ort, „an dem Friede, Liebe und Klarheit herrschen“. Christus liebe alle Menschen, „nicht nur die, die an ihn glauben“.

Bei der Osterliturgie konzelebrierte der Patriarch mit Patriarchalvikar Mor Timotheos Matta Al-Koury und dem armenisch-apostolischen Erzbischof von Damaskus, Armash Nalbandian (die syrisch-orthodoxe und die armenisch-apostolische Kirche stehen in voller Kirchengemeinschaft). Unter den anwesenden Gläubigen war auch der (christliche) Vorsitzende des syrischen Parlaments, Hammouda Sabbagh.