„Syrische Flüchtlingssituation schreckliche humanitäre Katastrophe“

Kardinal Zenari verwies am Weltflüchtlingstag auf die untragbare Situation der 5,5 Millionen Flüchtlinge und der sechs Millionen Inlandsvertriebenen – „Die meisten wollen in ihre Heimstätten zurückkehren“

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Foto: © Centro Televisivo Vaticano (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 Unported)

Damaskus, 20.06.18 (poi) Die syrische Flüchtlingssituation stelle eine schreckliche humanitäre Katastrophe dar, sagte der Apostolische Nuntius in Damaskus, Kardinal Mario Zenari, am Mittwoch – dem „Weltflüchtlingstag“ – in einem Interview mit einem italienischen katholischen TV-Sender. 5,5 Millionen Syrer hätten Zuflucht im Ausland gesucht, vor allem im Libanon und in der Türkei, dazu müsse man noch die rund sechs Millionen Inlandsflüchtlinge rechnen, sagte Zenari. Wörtlich meinte der Kardinal: „Diese nahezu zwölf Millionen Syrer sind gezwungen, ihre zerstörten Häuser und Wohnungen zu verlassen, sie träumen davon, an den heimatlichen Herd zurückkehren zu können. Manche streben vielleicht auch die Emigration an, aber die große Mehrheit möchte nach Hause zurückkehren. Auch wenn die Häuser und Wohnungen ohne Türen und Fenster, ohne Wasser und Elektrizität sind, bleiben sie doch die Heimstätten“. Es sei daher die erste Pflicht der internationalen Gemeinschaft, „sofort“ den Krieg und die Gewalt in Syrien zu stoppen, damit der Wiederaufbau in Gang kommen könne.