Türken nehmen Anstoß an Kreuz in Kloster auf griechischem Boden

Polemik zwischen Ost- und Westthrazien – Regierungsnahe türkische Zeitung bezeichnet Kreuz im Hof eines einige hundert Meter von der Grenze entfernten Klosters als „Provokation“ für die Muslime in Ostthrazien

0
122
Foto: © Sagredo (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 Unported )

Athen, 21.09.20 (poi) Die Errichtung eines mit dem Sockel 15 Meter hohen Kreuzes im Hof des orthodoxen Paraskeva-Klosters in Nea Vyssa an der griechisch-türkischen Landgrenze hat in der Türkei Polemiken ausgelöst. In der regierungsnahen Zeitung „Yeni Safak“ wurde die Errichtung eines so gut sichtbaren Kreuzes – das Kloster steht einige hundert Meter von der Grenze entfernt – als „Provokation“ für die Muslime auf der ostthrazischen Seite bezeichnet. Das Kreuz war am 14. September, dem Fest Kreuzerhöhung, eingeweiht worden, Pilger aus allen Teilen Westthraziens nahmen an dem Gottesdienst teil.

Der Abt des Klosters, Archimandrit Bartholomaios Asteriadis, legte im Gespräch mit der Website „ethnos.gr“ dar, dass das eigentliche Kreuz nur drei Meter hoch ist. Die Mönche des neuerrichteten Klosters hätten die Verpflichtung gefühlt, im Klosterhof das Symbol des christlichen Glaubens aufzurichten. Wörtlich sagte der Abt: „Symbole sind für jene, die an sie glauben, wichtiger als für jene, die sie nicht respektieren. Wenn ein  Kloster nicht der richtige Platz für ein Kreuz ist, welcher Ort ist es dann?“ Als indirekte Antwort auf die Polemiken der regierungsnahen türkischen Zeitung betonte Bartholomaios Asteriadis: „Wir tun das, was wir tun müssen und die andere Seite tut das, was sie tun zu müssen glaubt. Wir haben niemanden provoziert. Wir haben die Notwendigkeit gefühlt, Moral und Glaube unserer Leute, auch der Soldaten und der Grenzorgane, durch die Errichtung dieses Kreuzes zu heben. In der Nacht wird das Kreuz von zwei Scheinwerfern angestrahlt und ist auf griechischem Territorium sichtbar. Wir möchten niemanden provozieren oder beeindrucken, vor allem nicht in einer so kritischen Zeit wie heute“.