Ukraine: Einheit zentrales Thema an der Synode der UGKK

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Foto: © Jean-Pol GRANDMONT (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

12.09.2019 (NÖK) Zur Eröffnung der Synode der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche (UGKK) in Rom hat Papst Franziskus die Bedeutung von „Synode“ und „Synodalität“ betont. Zugleich wies er aber auf die Gefahr hin, den „synodalen Weg“  mit einer Meinungsumfrage zu verwechseln, um eine Einigung zu erzielen. Die „Synode ist kein Parlament“, sagte der Papst wörtlich. Es sei nötig, zu diskutieren und auch zu streiten, aber es gehe nicht wie in der Politik darum, einen Kompromiss zu finden. Ohne die Anwesenheit des Heiligen Geistes könne es keine Synode geben, dieser müsse letztlich die Teilnehmer leiten.

Das Oberhaupt der UGKK, Großerzbischof Svjatoslav (Schevtschuk), sagte, der Wunsch „Synode zu sein“ zeige sich im Zusammengehen mit allen Mitgliedern der Kirche, die „in verschiedenen Kulturen und Ländern leben, verschiedene Sprachen sprechen und zu verschiedenen Völkern gehören“. Die Kirche sei „global, lebendig und offen für alle“. Zum Thema der Synode – „Gemeinschaft und Einheit im Leben und Zeugnis der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche heute“ – erklärte der Großerzbischof, es genüge nicht, eine „gute und reiche Tradition“ zu haben, um die Geschichte der Kirche zu erinnern. Diese Tradition müsse auch „auf authentische Weise gelegt“ werden und dem modernen Menschen „ihre Essenz“ vermitteln können. Svjatoslav lud den außerdem den Papst ein, die Ukraine zu besuchen, ein lang gehegter Wunsch der UGKK, der schon bei der Begegnung der Bischöfe mit Franziskus im Juli zur Sprache gekommen war.

Neben dem Stellenwert der Einheit wurde auch der globale Aspekt der UGKK mehrfach angesprochen. So plädierte Metropolit Borys (Gudziak) von Philadelphia dafür, die ukrainische Liturgie mit lokalen Sprachen zu kombinieren. Die „gegenseitige Toleranz und Einheit der multilingualen Gläubigen“ sollte wertgeschätzt werden. Dabei benannte er verschiedene innere und äußere Herausforderungen für die Einheit und Gemeinschaft, wie fehlendes Wissen übereinander, mangelnde Zusammenarbeit, eine zu lokale Perspektive auf eine globale Kirche, Migration, Kirchenskandale, ein Graben zwischen den Generationen sowie Uneinigkeit von Priestern in verschiedenen Fragen.

Die Synode vom 1. bis 10. September in Rom wurde von hochrangigen Vatikanvertretern wie Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und Kardinal Leonardo Sandri, dem Vorsitzenden der Ostkirchenkongregation, besucht. Gleichzeitig wurde der 50. Jahrestag der Weihe der Basilika Santa Sofia in Rom gefeiert, die nach dem Vorbild der Kiewer Sophienkathedrale errichtet wurde. Die Hauptfeierlichkeit bildete ein Gottesdienst am 1. September, an dem Pilger, Geistliche und Gäste teilnahmen. Unter ihnen war auch der frühere ukrainische Präsident Petro Poroschenko, der im Anschluss gegenüber Medien sagte, die Basilika sei ein Symbol der unabhängigen Ukraine. Er rühmte die „besonders wichtige Rolle“, die die UGKK „heute in der Vereinigung des Staates“ spiele. Für ihn sei insbesondere die Einheit der Kirchen wichtig, die Einheit der UGKK und der Orthodoxen Kirche der Ukraine sei „sehr wichtig“.