Ukraine: Griechisch-Katholische und Orthodoxe Kirche wollen zusammenarbeiten

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Foto: © Олег Чупа (Quelle: Wikimedia; Lizenz: GNU Free Documentation License)

24. Januar 2019 (NÖK) Das Oberhaupt der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche (UGKK), Großerzbischof Svjatoslav (Schevtschuk), hält die Einheit zwischen Katholiken und Orthodoxen nicht für utopisch. So sieht er langfristig die Einheit zwischen der UGKK und der vor kurzem gegründeten Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU) im Bereich des Möglichen, wie er in einem Fernsehinterview erklärte. Das sei eine „freudige Aussicht“, denn die ganze christliche Welt suche nach Wegen zur Einheit.

Svjatoslav ist ein Unterstützer der ukrainischen Autokephalie. Bei einer Predigt am 6. Januar, als der Ökumenische Patriarch Bartholomaios Metropolit Epifanij den Autokephalie-Tomos überreichte, sprach der Großerzbischof deshalb von einem „historischen Tag für unsere orthodoxen Brüder, mit denen wir uns freuen“. Die ökumenische Bewegung sei heute weltweit ein Fakt und nicht mehr aufzuhalten. Darum sei es wichtig, dass sich die OKU dieser Bewegung anschließe.

Er habe sich mit Metropolit Epifanij (Dumenko), dem am 15. Dezember gewählten Oberhaupt der OKU, auf die Ausarbeitung eines Plans zur Kooperation geeinigt. Zunächst gehe es um die eucharistische Gemeinschaft, betonte Svjatoslav, nicht darum, irgendwelche Strukturen wiederherzustellen oder eine Kirche der anderen unterzuordnen. Sie könnten viele Dinge gemeinsam tun, auch während sie zwei verschiedene Konfessionen blieben. So solle das „gemeinsame Erbe des Kiewer Christentums“ erforscht werden, und die beiden Kirchen sollten sich gemeinsam in der „Entwicklung einer theologischen Tradition“ engagieren, um den Pastoraldienst zu verbessern.

Die Gläubigen der UGKK zeigten Interesse an den Entwicklungen der letzten Zeit, aber es gebe keine Tendenz, zur OKU überzutreten. Großerzbischof Svjatoslav erinnerte außerdem daran, dass der religiöse Frieden ein Schatz sei, den zu bewahren den ukrainischen Religionsgemeinschaften gelungen sei. Außer den Feinden der Ukraine sei niemand interessiert, diesen Frieden zu zerstören.