Ukraine: Großerzbischof Svjatoslav ruft zu Engagement für den eigenen Staat auf

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Foto: © Олег Чупа (Quelle: Wikimedia; Lizenz: GNU Free Documentation License)

26.08.2021 (NÖK) Das Oberhaupt der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche (UGKK) hat die Unabhängigkeit der Ukraine als Geschenk Gottes bezeichnet. Anlässlich des 30. Jahrestages der Unabhängigkeit des Landes erinnerte Großerzbischof Svjatoslav (Schevtschuk) daran, dass die Vorfahren der heutigen Ukrainer während Jahrhunderten für diese Freiheit gekämpft hätten. In einer Fernsehsendung erklärte er, dass „wir im Verlauf vieler historischer Momente auf der heimatlichen Erde, aber in fremden Staaten gelebt haben“.

Aus Sicht des Großerzbischofs ist daher wichtig, am Unabhängigkeitstag einerseits der historischen Helden zu gedenken. Andererseits solle man sich bewusst machen, dass „dieser Staat mein ist, nicht fremd und ich für ihn verantwortlich bin“. Das Volk sei die Quelle der Macht in der Ukraine und müsse verantwortlich mit seiner Freiheit umgehen. In einer Videobotschaft betonte er ebenfalls, dass „jeder von uns die Aufgabe hat, den heimatlichen ukrainischen Staat mit seiner Arbeit und seinem Beitrag zu stärken“. Bei anderer Gelegenheit hob der Leiter der UGKK die Bedeutung der Militärparade am Unabhängigkeitstag hervor: sie sei eine „symbolische und bedeutungsvolle Aktion“. Dabei gehe es für die im Krieg befindliche Ukraine um Dankbarkeit gegenüber ihren Beschützern, Stolz auf ihre Armee und das Gefühl der Sicherheit.

An der Militärparade war neben der Regierung und Vertretern anderer Staaten auch die Leitung des Allukrainischen Rats der Kirchen und religiösen Organisationen sowie der Ökumenische Patriarch Bartholomaios anwesend. Vor der Parade verkündete der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyj die Einführung eines Feiertags der ukrainischen Staatlichkeit am 28. Juli. Dabei bezeichnete er die Ukraine als Nachfahrin der Kiewer Rus‘, eines „mächtigen Landes, das im Zentrum Europas lag“. Die Ukrainer sollten sich nicht nur entsprechend fühlen, sondern auch entsprechend verhalten. Als Beginn der Staatlichkeit „betrachten wir das Gründungsjahr Kiews“, der Hauptstadt der Kiewer Rus‘. Dort hätten die Orthodoxie und die altslawische Sprache ihren Ursprung. Der Beginn der Staatlichkeit soll am „Tag des Aufblühens unserer Staatlichkeit“ begangen werden, am Tag der Taufe der Rus‘ am 28. Juli. Von den orthodoxen Kirchen des Landes wird die Taufe der Rus‘ bereits gefeiert, es handelt sich um einen offiziellen Feiertag, der aber nicht arbeitsfrei ist.