Ukraine: Metropolit Onufrij ruft zum Gefangenenaustausch auf

Primas der ukrainisch-orthodoxen Kirche schrieb an Patriarch Kyrill und Präsident Selenskij – Alle Kriegsgefangenen beider Seiten sollen freikommen

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Foto: © Vadim Chuprina (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International)

Kiew, 18.07.19 (poi) Metropolit Onufrij ((Berezowskij), Primas der ukrainisch-orthodoxen Kirche, hat an den Moskauer Patriarchen Kyrill I. und an den neuen ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij appelliert, den Gefangenenaustausch im Donbass wieder aufzunehmen. In einem TV-Interview berichtete der Primas, dass er an Patriarch Kyrill mit der Bitte herangetreten sei, Schritte im Hinblick auf die Freilassung der ukrainischen Kriegsgefangenen zu unternehmen. In seinem Brief an Präsident Selenskij habe er gebeten, die Verhandlungen zum Gefangenenaustausch wiederaufzunehmen. Metropolit Onufrij unterstrich, dass er für die Freilassung der Kriegsgefangenen beider Seiten in einem „alle für alle“-Format eintrete. Die ukrainisch-orthodoxe Kirche werde das Menschenmögliche unternehmen, um bei der Freilassung der ukrainischen Kriegsgefangenen zu helfen, das habe er auch bei einem Treffen mit Präsident Selenskij betont.

In dem Interview sagte der Primas, der Friede müsse „irgendwo beginnen“. Wahrscheinlich sei es am besten, den Weg des Friedens bei diesen jungen Leuten anzufangen, damit sie „nicht in der Gefangenschaft seufzen müssen oder gar im Gefängnis“. Die Gefangenen sollten in ihre Heimat zurückkehren können, „die Söhne zu ihren Müttern, die Ehemänner zu ihren Frauen und die Väter zu ihren Kindern“.

Im Dezember 2017 hatte Patriarch Kyrill im Moskauer Danielskloster Repräsentanten der separatistischen Republiken Donetsk und Lugansk sowie der als russophil geltenden, von Wiktor Medwedtschuk begründeten ukrainischen Bewegung „Ukrainian Choice“ versammelt, um einen Gefangenenaustausch auszuhandeln. Dieser Austausch kam tatsächlich zustande und begann Ende Dezember 2017. Die Kiewer Regierung entließ 306 Gefangene, die Separatisten 74. Patriarch Kyrill sagte damals, der Gefangenenaustausch sei für die orthodoxe Kirche sehr wichtig: „Das sind auf beiden Seiten unsere Leute“.

Metropolit Onufrij sagte in seinem Interview, es sei Liebe zu den „Anderen“, Geduld, Respekt notwendig: „Gott toleriert uns und wir müssen einander tolerieren“. Wenn die Menschen einander lieben, werde es Frieden geben. Davon hänge alles ab, wirtschaftliches, soziales, spirituelles Wachstum, alles baue auf Frieden auf.