Ukraine: Metropolit Onufrij „teilt und unterstützt“ die „friedlichen Initiativen“ der Behörden für Donbass-Lösung

Erklärung des Primas der (mit dem Moskauer Patriarchat verbundenen) ukrainischen orthodoxen Kirche – „Waffenstillstand ein neuer und entscheidender Schritt“

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Foto: © Andrew Butko (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Kiew, 01.08.20 (poi) Der Primas der (mit dem Moskauer Patriarchat verbundenen) ukrainischen orthodoxen Kirche, Metropolit Onufrij (Berezowskij), „teilt und unterstützt“ die „friedlichen Initiativen“ der ukrainischen Behörden zur Überwindung des Blutvergießens und zur Erzielung einer friedlichen Lösung der Situation im Donbass. Das geht aus einem Statement des Metropoliten hervor, das am 1. August auf der Website der ukrainischen orthodoxen Kirche veröffentlicht wurde. Wörtlich heißt es dort: „Der volle und umfassende Waffenstillstand in der Ukraine dauert seit sechs Tagen an. Das ist ein neuer und entscheidender Schritt zur Lösung des bewaffneten Konflikts in der östlichen Ukraine und zur Herstellung des lang erwarteten Friedens“.

Metropolit Onufrij erinnert daran, dass die ukrainische orthodoxe Kirche immer zu Frieden und Versöhnung aufgerufen hat und tatkräftig dafür eingetreten ist. Die Kirche orientiere sich dabei am Wort Christi in der Bergpredigt: „Selig die Frieden stiften, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden“. In zahllosen Erklärungen, Statements und Briefen habe die Kirche ihre unveränderliche Position zu Gunsten einer friedlichen Lösung zum Ausdruck gebracht und an die Staatsführung, die Weltgemeinschaft und alle Menschen guten Willens appelliert, alles zu unternehmen, um das Blutvergießen in der Ukraine zu beenden und ein friedliches Leben zu ermöglichen. Die orthodoxe Kirche rufe die Menschen auf beiden Seiten des militärischen Konflikts auf, sich daran zu erinnern, dass „alle Kinder des einen Gottes sind“.

Die Kirche trete für den Frieden aber nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten ein. Vom ersten Tag des Konflikts bis heute hätten Klerus und Laien der ukrainischen orthodoxen Kirche allen Opfern der Feindseligkeiten, Soldaten wie Zivilisten, Hilfe geleistet, betont der Primas. Er nennt u.a. die Unterstützung der Familienangehörigen, die Hilfe für die Inlandsvertriebenen und den kirchlichen Einsatz für den Gefangenenaustausch.

Trotz der Versuche einiger Kräfte, „politische Rhetorik“ ins kirchliche Leben einzuschleusen, bleibe die ukrainische orthodoxe Kirche den politischen Vorgängen fern, weil sie eine andere Aufgabe habe, unterstreicht Metropolit Onufrij. Gläubige der ukrainischen orthodoxen Kirche seien sowohl in den von der Regierung kontrollierten Gebieten als auch in den „nicht kontrollierten“ Territorien zuhause. Klerus, Mönche und Laien in den „nicht kontrollierten“ Territorien seien aber bereit, den Verhandlungsprozess zu unterstützen und dabei zu helfen, „den erwünschten und lang erwarteten Frieden, die territoriale Integrität und Souveränität der Ukraine innerhalb international anerkannter Grenzen wiederherzustellen“, stellt der Primas fest.

Abschließend betont Metropolit Onufrij, dass es für jeden irdischen Konflikt eine friedliche Lösung gibt „und wer sie sucht, findet sie auch“. Eindringlich appelliert der Primas an alle, für „ein Ende des Krieges, für Versöhnung und die Herstellung von Frieden und Ordnung in der Ukraine“ zu beten.