Ukraine: Patriarch von Jerusalem unterstützt Metropolit Onufrij

Ukraine: Patriarch von Jerusalem unterstützt Metropolit Onufrij

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Foto: © Vadim Chuprina (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International)

Jerusalem, 03.09.19 (poi) Der Jerusalemer orthodoxe Patriarch Theophilos III. hat bei einer Begegnung mit Metropolit Pawel (Ponomarjow) von Minsk, dem Exarchen des Moskauer Patriarchats für Weißrussland, seine „Treue zur guten kanonischen Ordnung der Kirche“ und seine „Unterstützung für die ukrainisch-orthodoxe Kirche unter der Leitung von Metropolit Onufrij (Berezowskij) von Kiew“ betont, wie der Pressedienst der orthodoxen Kirche von Weißrussland berichtet. Metropolit Pawel – der sich auf einer Pilgerfahrt ins Heilige Land befindet – betonte seine Dankbarkeit für die „entschlossene Verteidigung der Einheit der Orthodoxie“, die „unüberwindbar“ sei, wenn die kanonische Ordnung eingehalten werde. Unter seinen Gastgeschenken war auch eine Erinnerungsmedaille an das „Konzil von Polotsk“, mit dem 1839 die Union von Brest-Litowsk in Weißrussland, dem eigentlichen Litauen und der Ukraine abgeschafft und die griechisch-katholische in die russisch-orthodoxe Kirche „zurückgeführt“ wurde.

Patriarch Theophilos und Metropolit Pawel diskutierten ausführlich über die ukrainische Kirchenkrise. Dabei habe der Jerusalemer Patriarch die Bedeutung der Einheit der orthodoxen Kirche betont und zugleich unterstrichen, wie sehr ihn die Ereignisse in der Ukraine betrüben. Denn das Schisma sei – wie die Kirchenväter immer wieder betont hätten – die „größte Sünde gegen die göttliche Liebe“, die Grundlage der Einheit der Kirche sei. Daher erkenne er nur eine orthodoxe Kirche in der Ukraine an, die von Metropolit Onufrij geleitete, habe Patriarch Theophilos betont.

Der Heilige Synod der (autonomen) Orthodoxen Kirche von Weißrussland hat mehrfach die Vorgänge um die Gründung der neuen „Orthodoxen Kirche der Ukraine“ verurteilt. Patriarch Theophilos III. wies seinerseits alle Versuche zurück, ihn zur Konzelebration mit Hierarchen der neugegründeten „Orthodoxen Kirche der Ukraine“ zu bewegen. Auf Anordnung des Patriarchen wird die kirchliche Zugehörigkeit aller ukrainischen orthodoxen Priester überprüft, die in der „Anastasis“ (im westlichen Sprachgebrauch: Grabeskirche) zelebrieren wollen.

Metropolit Pawel unterstrich seinerseits seine Dankbarkeit für die Jahre des Dienstes in der Russischen Geistlichen Mission in Jerusalem: Der jetzige Metropolit von Minsk hatte seine Tätigkeit in Jerusalem im September 1981 aufgenommen, von Juli 1982 bis Ende 1988 war er Oberhaupt der Russischen Geistlichen Mission. In dieser Zeit wurde er zum Igumen und zum Archimandriten erhoben. Die Kirche von Jerusalem sei immer glücklich, Pilger aus den orthodoxen Schwesterkirchen empfangen zu können, sagte Patriarch Theophilos III.

Unterstützung auch aus Korfu

Auch der Metropolit von Korfu, Nektarios (Dovas), hat seinem Amtsbruder im ukrainischen Odessa, Agafangel (Sawwin), versichert, dass er und seine Eparchie nur die ukrainisch-orthodoxe Kirche unter der Leitung von Metropolit Onufrij als kanonische Kirche anerkennen. Metropolit Agafangel war mit einer größeren Pilgerschar nach Korfu gepilgert, um des Heiligen Spyridon zu gedenken. „Wir anerkennen nur die von Metropolit Onufrij geleitete Kirche, der oft auf die Insel Korfu gekommen ist, um als einfacher Priester zu dienen“, betonte Metropolit Nektarios.

„Wir sind eine Kirche“

Zuvor hatte schon die Pilgerfahrt des zypriotischen Bischofs von Amathous, Nikolaos (Timiadis), in den russischen „Social media“ große Beachtung gefunden. Bischof Nikolaos leitete in der zweiten Augusthälfte eine größere zypriotische Gruppe auf einer Wallfahrt zu den Heiligen Stätten der Eparchie St. Petersburg und zum berühmten Inselkloster im Ladoga-See. Bei einer gemeinsamen Göttlichen Liturgie im Nowodewitschi-Auferstehungskloster in St. Petersburg betonte der Metropolit der nordrussischen Metropole, Warsonofij (Sudakow), die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den orthodoxen Kirchen von Zypern und von Russland: „Ihr besucht unsere Heiligen Stätten und wir fahren oft nach Zypern und besuchen Eure Heiligtümer. Gott sei Dank haben wir freundschaftliche Beziehungen. Wir sind die eine orthodoxe Kirche. Stärken wir unsere Beziehungen, indem wir den kirchenrechtlichen Bestimmungen folgen und nicht von ihnen abweichen. Dann werden keine Stürme das Schiff der Kirche zum Kentern bringen können“.

Bischof Nikolaos brachte seine Freude über den gemeinsamen Gottesdienst zum Ausdruck: „In dieser Zeit der Prüfung ist es notwendig, daran zu erinnern, dass wir Mitglieder der ‚einen, heiligen, katholischen und apostolischen orthodoxen Kirche‘ sind“.