Ukraine: Präsident erbittet Kirchenhilfe gegen Covid und für Frieden

Präsident Selenskyj lud Metropolit Onufrij, Metropolit Epifanij und Großerzbischof Schewtschuk zu Gipfelgespräch

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Foto: © Ukrinform TV (Quelle: Wikimedia: Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 Unported)

Kiew, 29.04.21 (poi) Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Donnerstag die Oberhäupter der beiden orthodoxen Kirchen seines Landes sowie der Ukrainischen Griechisch-katholischen Kirche zu einem Gespräch geladen. Das berichtete am Mittwochabend das Infoportal „orthodoxtimes“. Metropolit Onufrij (Berezowskij), Ukrainische Orthodoxe Kirche – Moskauer Patriarchat, Metropolit Epifanij (Dumenko), Orthodoxe Kirche der Ukraine, und Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk, Ukrainische Griechisch-katholische Kirche, folgten der Einladung des Präsidenten. Im Mittelpunkt der Begegnung in Kiew standen die Pandemie und der zuletzt wieder heftig ausgebrochene Konflikt in der Ostukraine.

Im Blick auf die Pandemie sagte Selenskyj, dass der Höhepunkt der dritten Welle in der Ukraine überwunden sei. Er wolle nun aber mit den Kirchenoberhäuptern nach Wegen suchen, dass es infolge der Osterfeiern nicht zu einer neuen Welle kommt. Alle drei Kirchen feiern Ostern am kommenden 2. Mai. Der Präsident bat die Kirchenführer zudem auch, bei den Gläubigen für die Covid-Impfung zu werben, die für die Bewältigung der Pandemie unerlässlich sei.

Die Kirchenoberhäupter wiesen in diesem Zusammenhang auf die jüngste Erklärung des Allukrainischen Rates der Religionen hin. Demnach gebe es keinerlei religiöse Gründe, die gegen die Impfung sprächen. Die Impfung müsse sicher, zugänglich und zugleich aber auch freiwillig sein, heißt es in der Erklärung.

Die beiden Metropoliten und der Großerzbischof versicherten dem Präsidenten weiters, dass die Ostergottesdienste nur unter größten Sicherheitsvorkehrungen abgehalten würden. Ebenso setze man verstärkt auch auf Online-Angebote für die Gläubigen.

Präsident Selenskyj bat die Kirchenführer zudem, alles in ihren Möglichkeiten stehende zu unternehmen und ihren Einfluss geltend zu machen, damit es in der Ostukraine wieder zu einem echten Waffenstillstand kommt. An der Frontlinie im Donbass war es in den vergangenen Wochen wieder zu Gefechten mit Toten zwischen der ukrainischen Armee und den Separatisten gekommen. Zudem hatte Russland massive Truppenverbände an der Grenze zur Ukraine zusammengezogen. Anfang der Woche kündigte Russland aber an, die Truppen wieder abzuziehen. Der Allukrainische Religionsrat hatte schon zuvor zum „Osterfrieden“ aufgerufen.

Zu Wochenbeginn hatte Metropolit Epifanij in einer großen Zeremonie vor der Michaelskathedrale in Kiew 5.000 Stück des traditionellen Osterkuchens gesegnet, der nun an die ukrainischen Soldaten an der Front verteilt wird. Epifanij betonte einmal mehr, dass die Orthodoxe Kirche der Ukraine hinter den Soldaten stehe, die die Ukraine verteidigen.