Ukrainische orthodoxe Kirche feiert 30 Jahre Selbständigkeit

6. Jahrestag der Amtseinführung des Kiewer Metropoliten Onufrij (Berezowskij)

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Foto: © Falin (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Kiew, 18.08.20 (poi) Die ukrainische orthodoxe Kirche (des Moskauer Patriarchats) wird im Herbst den  30. Jahrestag ihrer „Unabhängigkeit, Selbständigkeit und Autonomie“ feierlich begehen. Entsprechende Beschlüsse fasste der Heilige Synod der ukrainischen orthodoxen Kirche bei seiner jüngsten Sitzung am 17. August im Kiewer Höhlenkloster unter dem Vorsitz von Metropolit Onufrij (Berezowskij). Der Heilige Synod stellte fest, dass die vor 30 Jahren erfolgte Entscheidung der Moskauer Kirchenspitze über „Unabhängigkeit und Selbständigkeit“ der ukrainischen Kirche, die durch ein Dekret des damaligen russisch-orthodoxen Patriarchen Aleksij I. vom 27. Oktober 1990 bestätigt wurde, die Voraussetzung für die seelsorgliche Tätigkeit der Orthodoxie im unabhängigen ukrainischen Staat sei.

Der Kanzler der ukrainischen orthodoxen Kirche, Metropolit Antonij (Pakanitsch) von Boryspol, betonte bei der Synodalversammlung, dass der „unabhängige Status“ die Grundlage des Lebens seiner Kirche sei, in mancher Hinsicht seien ihre Rechte größer als die von autokephalen Kirchen. Auf diesem Hintergrund beauftragte der Heilige Synod die Kiewer Theologische Akademie, eine moderne Geschichte der Orthodoxie in der Ukraine zu entwerfen.

Ebenfalls am 17. August beging Metropolit Onufrij den 6. Jahrestag seiner Amtseinführung als Primas der ukrainischen orthodoxen Kirche. Er konzelebrierte mit den ständigen Mitgliedern des Heiligen Synods seiner Kirche auf dem Vorplatz der Marienkathedrale des Kiewer Höhlenklosters. Zahlreiche Gläubige aus allen Teilen der Ukraine nahmen teil. In seiner Predigt sagte der Primas im Hinblick auf die Ereignisse seit dem Majdan und den nachfolgenden Maßnahmen gegen die ukrainische orthodoxe Kirche: „Wir alle haben das mit Herz und Seele erlebt. Wir haben diese Tragödien, Schwierigkeiten, Schismen, Versuchungen, Verfolgungen und Unterdrückungsmaßnahmen mitgemacht. Wenn sie uns nicht verfolgt hätten, vielleicht hätten wir uns dann in eine Sonderwelt eingesponnen. Aber der Herr hat die Hülle der Prosperität von uns genommen und uns zu Gebet, Buße und Bekehrung geführt“.

Zum 6. Jahrestag der Amtseinführung von Metropolit Onufrij trafen zahlreiche Glückwünsche aus der Weltorthodoxie in Kiew ein, u.a. vom serbischen Patriarchen Irinej, vom Oberhaupt der Orthodoxen Kirche von Amerika, Metropolit Tichon, und vom Oberhaupt der russischen Auslandskirche, Metropolit Hilarion von New York.