Ungarn finanziert ein Jahr lang drei Krankenhäuser in Syrien

Ministerpräsident Orban übergab in Budapest Zusage bei einem Treffen mit Kardinal Zenari, dem Apostolischen Nuntius in Damaskus

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Foto: © Marc Ryckaert (MJJR) (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 Unported)

Budapest-Damaskus, 22.01.19 (poi) Die ungarische Regierung übernimmt für ein Jahr die vollen Kosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro für drei Krankenhäuser in Syrien, die von der italienischen Hilfsorganisation AVSI unterstützt werden. Dies teilte Ministerpräsident Viktor Orban am Dienstag im Budapester Karmelitenkloster bei einem Treffen mit dem Apostolischen Nuntius in Damaskus, Kardinal Mario Zenari, mit. Bei dem Treffen waren auch der ungarische Staatssekretär für die Hilfe an verfolgte Christen, Tristan Azbej, der Apostolische Nuntius in Budapest, Erzbischof Michael August Blume, und AVSI-Generalsekretär Giampaolo Silvestri anwesend. Mit der Hilfe aus Budapest ist im Rahmen des AVSI-Programms “Offene Krankenhäuser” der Betrieb des Hospital Saint Louis in Aleppo sowie des Französischen und des Italienischen Spitals in Damaskus weiter gesichert. AVSI sorgt dafür, dass in diesen Spitälern Menschen aller Konfessionen – auch völlig mittellose – gute medizinische Versorgung erhalten. Orban sagte bei der Begegnung mit Kardinal Zenari, seiner Regierung gehe es darum, Not leidenden Familien im Nahen Osten zu helfen und zur Linderung der vom Kriegsgeschehen ausgelösten humanitären Katastrophe beizutragen. Es gehe darum, die Not nicht nach Europa zu importieren, sondern Hilfe an Ort und Stelle zu leisten.

Kardinal Zenari hatte am Montag bei einem Vortrag an der katholischen Peter Pazmany-Universität in Budapest die Situation in Syrien geschildert. Dabei betonte er, dass das Kriegsgeschehen in Syrien seit 2011 die Minderheiten – vor allem die Christen – am meisten betroffen habe; gerade die schwächsten Glieder der Gesellschaft – Frauen, Kinder, alte Menschen – hätten am meisten zu leiden. Die meisten Wohnhäuser seien zumindest beschädigt, jede dritte Schule sei zerstört. Die Hälfte der Krankenhäuser liege in Trümmern oder sei nicht benützbar. Außerordentlich wichtig für den Prozess der Versöhnung und des gesellschaftlichen Zusammenhalts sei, dass in den kirchlichen Krankenhäusern und sonstigen Hilfseinrichtungen auch muslimische Hilfebedürftige mit offenen Armen aufgenommen werden.

AVSI ist eine 1972 begründete Hilfsorganisation, die mittlerweile in 31 Ländern tätig ist. In Syrien ist AVSI seit 2015 aktiv, vor allem in der Hilfe für Frauen und Kinder. In Aleppo unterstützt AVSI die Initiativen der Franziskaner des Heiligen Landes. Das wichtigste Projekt in Syrien ist das Programm “Offene Krankenhäuser”. Die Syrien-Projekte der Organisation werden auch von der Italienischen Bischofskonferenz (CEI) finanziell gefördert.