USA: Historische Begegnung der katholischen und orthodoxen Bischöfe

Erstmals in der Geschichte der katholischen US-Bischofskonferenz nahm auch eine offizielle Abordnung orthodoxer Bischöfe an einer Vollversammlung teil

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Foto: © Farragutful (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Washington, 19.11.21 (poi) Die US-Bischofskonferenz ist diese Woche zu ihrer Herbstvollversammlung in Baltimore zusammengekommen. Während die mediale Öffentlichkeit ganz auf die kontroverse bischöfliche Debatte rund um den Eucharistieempfang bzw. die Verabschiedung eines entsprechenden Dokuments fokussiert war, wurde ein anderes wegweisendes Ereignis weniger stark wahrgenommen: Erstmals in der Geschichte der katholischen US-Bischofskonferenz nahm auch eine offizielle Abordnung orthodoxer Bischöfe an einer Vollversammlung teil. Der Einladung von Erzbischof Jose Gomez, dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz, waren zahlreiche orthodoxe Bischöfe gemeinsam mit Erzbischof Elpidophoros (Lambriniadis), dem Vorsitzenden der orthodoxen US-Bischofskonferenz, gefolgt. 

Bischof David P. Talley, Vorsitzender des Bischofskonferenz-Ausschusses für ökumenische und interreligiöse Angelegenheiten, erklärte eingangs der Begegnung, dass schon das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) betont habe, dass orthodoxe und katholische Christen auf das engste miteinander verbunden seien. Nun sei es auch endlich an der Zeit gewesen, diese Verbundenheit mit einer Einladung an die orthodoxen Bischöfe zum Ausdruck zu bringen.

Erzbischof Elpidophoros, der in der Vergangenheit mehrfach an den von der Stiftung PRO ORIENTE im Jahr 2001 initiierten Tagungen katholischer und orthodoxer Expertinnen und Experten für die frühchristliche Literatur der so genannten „Kirchenväter“ teilgenommen hatte, brachte in seinen Ausführungen ebenfalls die große Freude über dieses erstmalige offizielle Treffen zum Ausdruck. Er ging auf die nun schon jahrzehntelangen Annäherungen zwischen der römisch-katholischen und orthodoxen Kirche ein und kam schließlich auch auf den derzeit in der katholischen Kirche laufenden synodalen Prozess zu sprechen, wie das Infoportal „OrthodoxTimes“ berichtete.

Er sei davon überzeugt, so der griechisch-orthodoxe Erzbischof abschließend, dass die künftigen gemeinsamen Herausforderungen für die katholische wie auch orthodoxe Kirche darin bestünden, „Zeugnis von Gottes Gegenwart in der Welt abzulegen, getreu dem Geist Jerusalems, den wir als Vermächtnis erhalten haben“.