Vereinigung der Hilfswerke für die katholischen Ostkirchen besteht seit 50 Jahren

Aus Anlass des Jubiläums führte die ROACO unter Leitung von Kardinal Sandri eine Pilgerfahrt zu Brennpunkten des sozial-karitativen Einsatzes im Libanon durch

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Foto: © Mahmoudalrawi (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Beirut, 14.11.18 (poi) Die Vereinigung der Hilfswerke für die katholischen Ostkirchen („Riunione Opere Aiuto Chiese Orientali“/ROACO) begeht derzeit ihr 50-Jahr-Jubiläum mit einer Pilgerfahrt zu Brennpunkten des sozial-karitativen Einsatzes im Libanon. Die ROACO wurde 1968 mit dem Ziel gegründet, die Hilfe für die katholischen Ostkirchen zu bündeln und zu koordinieren. Die viertägige Pilgerfahrt unter Leitung des Präfekten der vatikanischen Ostkirchenkongregation, Kardinal Leonardo Sandri, der auch Vorsitzender der ROACO ist, begann am Sonntag in der Poliklinik der Schwestern vom Guten Hirten in Rweissat. In Rweissat werden jeden Tag 150 Patientinnen und Patienten – darunter viele muslimische Flüchtlinge aus Syrien – versorgt. Die Schwestern und die mit ihnen kooperierenden Ärzte leisten seit 80 Jahren einen unverzichtbaren Dienst für die Armen, unabhängig von Herkunft oder Religionsbekenntnis.

Die zweite Etappe der Pilgerfahrt bildete ein Zentrum der libanesischen Caritas für Arbeitsmigranten in Bourj Hammoud. Der libanesische Caritasdirektor Paul Karam berichtete den ROACO-Delegierten von den jungen Frauen – und auch minderjährigen Mädchen -, die nach vielfachen Erfahrungen der Gewalt und des Missbrauchs oft ohne alle Dokumente mit ihren Kindern in Bourj Hammoud Aufnahme finden, wo sie in Sicherheit leben sowie einen Beruf und eine zusätzliche Sprache erlernen können.

Der armenisch-katholische Patriarch Krikor Bedros XX. Ghabroyan lud die ROACO-Delegation in seiner Residenz zum Essen ein und schilderte ihnen eindringlich die Situation seiner Kirche nicht nur im Libanon, sondern auch in anderen nahöstlichen Ländern. In weiterer Folge besuchte die ROACO-Delegation eine vom syrisch-katholischen Patriarchat ins Leben gerufene Schule für irakische Flüchtlingskinder. Der syrisch-katholische Patriarch Mor Ignatius Yousef III. Younan begleitete die Delegierten bei den Gesprächen mit den Kindern und deren Eltern.

Der Apostolische Nuntius im Libanon, Erzbischof Joseph Spiteri, feierte mit den Teilnehmenden der ROACO-Pilgerfahrt die Heilige Messe im Heiligtum Notre-Dame-du-Liban in Harissa. Anschließend fand in Bkerke, dem Zentrum des maronitischen Patriarchats, eine Begegnung mit Kardinal-Patriarch Bechara Boutros Rai statt. Kardinal Rai erinnerte an seine zahlreichen Begegnungen mit den Mitgliedsorganisationen der ROACO, als er viele Jahre Vorsitzender der Caritas-Kommission der Konferenz der katholischen Patriarchen des Libanon war. Kardinal Sandri betonte seinerseits, dass die praktische Nächstenliebe die „DNA“ der Kirche sei. Gerade im Nahen Osten sei die Kirche in besonderer Weise berufen, das Antlitz Gottes durch die konkrete, demütige und alltägliche Hinwendung zu den Notleidenden zu bezeugen.