Vor fünf Jahren wurden die koptischen Märtyrer in Libyen ermordet

Gedenken in ihrer Heimatregion Samalut – Ausstellung mit neuem Dokumentationsmaterial zur Geschichte der Märtyrer

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Foto: © Sagredo (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 Unported )

Kairo, 09.02.20 (poi) In der koptisch-orthodoxen Eparchie Samalut wird derzeit des fünften Jahrestages der Ermordung der „koptischen Märtyrer in Libyen“ gedacht, wie die katholische Nachrichtenagentur „Fides“ berichtet. Die jungen Arbeitsmigranten stammten aus dem oberägyptischen Samalut. Als ihr gemeinsamer zentraler Gedenktag gilt der 15. Februar; am 15. Februar 2015 hatten die IS-Terroristen auf ihren Websites das Video ihrer Bluttat veröffentlicht. Die Gedenkfeiern haben am 1. Februar begonnen, sie enden am 16. Februar. Schauplätze sind die (auf Kosten der Regierung errichtete) große Kirche und das Museum, die beide den Märtyrern gewidmet sind. Am 15. Februar wird eine Ausstellung mit neuem Dokumentationsmaterial zur Geschichte der koptischen Märtyrer eröffnet; Schautafeln und audiovisuelle Beiträge in arabischer, englischer und französischer Sprache veranschaulichen das Schicksal der Ermordeten.

In der Museums-Gedenkstätte sind auch die Handschellen aufbewahrt, mit denen den Märtyrern die Hände gefesselt worden waren. Auch Überreste der orangefarbenen Anzüge, die von den IS-Mördern den Opfern übergestreift wurden, sind zu sehen. Zu den Exponaten im Museum zählen auch die Münzen in den Taschen der Märtyrer und ihre Schuhe sowie einige Ausweispapiere und Arbeitsdokumente, auf denen zwei der Opfer die täglichen Arbeitsstunden notierten. Die 20 ägyptischen Arbeitsmigranten und einer ihrer ghanaischen Arbeitskollegen waren Anfang Jänner 2015 in Libyen aus einem Autobus heraus entführt worden. Das Video über ihre Enthauptung wurde am darauf folgenden 15. Februar von den Jihadisten auf ihren Websites online gestellt. Nur eine Woche nach der Nachricht vom Massaker beschloss der koptisch-orthodoxe Papst-Patriarch Tawadros II., die 21 Ermordeten in das Märtyrerbuch der koptischen Kirche aufzunehmen und den 15. Februar als ihren Gedenktag zu bestimmen.

Die sterblichen Hüllen der Märtyrer wurden Ende September 2017 in einem Massengrab an der libyschen Küste in der Nähe der Stadt Sirte gefunden und identifiziert. Die ägyptische Regierung sorgte dann für die Überführung in die Heimat. Der emeritierte koptisch-katholische Bischof von Gizah, Antonios Aziz Mina, sagte über das Video: „Dieses Machwerk wurde als schockierende filmische Inszenierung mit dem Ziel der Verbreitung des Terrors erstellt. In diesem teuflischen Produkt aus Fiktion und blutrünstigem Entsetzen ist jedoch auch zu sehen, wie einige der Märtyrer im Moment ihrer barbarischen Ermordung den Namen unseres Herrn Jesus Christus wiederholten. Der Name Jesu war das letzte Wort, das sie auf ihren Lippen trugen. Wie die ersten Märtyrer vertrauten sie sich dem an, der sie bald willkommen heißen würde. Und so feierten sie ihren Sieg, den ihnen niemand nehmen kann. Dieser Name, der im letzten Moment geflüstert wurde, war wie das Siegel ihres Martyriums“.