Vor mehr als 2.000 Tagen wurden die beiden Metropoliten von Aleppo entführt

Generalsekretär des Weltkirchenrats veröffentlicht neuerlich Appell, den Bischöfen die sichere Heimkehr in ihre Diözesen, zu ihren Familien und Freunden zu ermöglichen

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Foto: © Obersachse (Quelle: Wikimedia, Lizenz: GNU Free Documentation License)

Genf-Damaskus, 28.10.18 (poi) Der Weltkirchenrat hat neuerlich seine Sorge um die beiden „vor mehr als 2.000 Tagen entführten“ Metropoliten von Aleppo – Mor Gregorios Youhanna Ibrahim und Boulos Yazigi – zum Ausdruck gebracht. „Traurigerweise muss der Appell des Zentralkomitees des Weltkirchenrats vom Juni, in dem die sichere Heimkehr der beiden Bischöfen in ihre Diözesen, zu ihren Familien und Freunden gefordert wurde, wiederholt werden“, stellte der Generalsekretär des Weltkirchenrats, Pfarrer Olav Fykse Tveit, fest: „Wir beten weiterhin für die beiden Metropoliten, als ein Zeichen der Hoffnung für alle Christen in Syrien und der ganzen Region“. Den Gebetsaufrufen für Mor Gregorios Youhanna Ibrahim und Boulos Yazigi wird in aller Welt Folge geleistet; zahlreiche kirchenleitende Persönlichkeiten nützen insbesondere die „social media“, um die Gläubigen zum Gebet für die sichere Heimkehr der beiden Bischöfe und für den Frieden im gemarterten Syrien zu mobilisieren.

Pfarrer Fykse Tveit erinnerte daran, dass der Krieg in Syrien seit mehr als sieben Jahren andauert. Das Leid sei unvorstellbar, Millionen von Syrer hätten entweder als Inlandsvertriebene oder als Flüchtlinge im Ausland ihre Wohnstätten und ihre Lebenswelt verlassen müssen. Als besonders dramatisches Beispiel nannte der Generalsekretär des Weltkirchenrats die einst so pulsierende Wirtschaftsmetropole Aleppo, die schwerst in Mitleidenschaft gezogen sei. „Als Christen werden wir weiterhin an der Seite der Opfer von Krieg und Unrecht stehen und laut gegen die Verletzung der Menschenrechte protestieren“, betonte Fykse Tveit.

Das Zentralkomitee des Weltkirchenrates hatte im Juni eindringlich für eine neue Ordnung im Nahen Osten plädiert, die auf der Respektierung der Menschenrechte und dem gleichen Bürgerrecht für alle basieren müsse.

Die beiden Metropoliten von Aleppo waren am 22. April 2013 auf der Fahrt vom türkisch-syrischen Grenzübergang Bab-al-Hawa zu einer humanitären Mission von „Unbekannten“ entführt worden. Seither fehlt von ihnen jede Spur.