Weihnachtsfest als offizieller Feiertag im Irak?

Präsident Barham Salih würdigte bei Begegnung mit dem chaldäisch-katholischen Patriarchen die außerordentliche Bedeutung der christlichen Gemeinschaften für den Wiederaufbau im Irak

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Foto: © Österreichisches Außenministerium (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic)

Bagdad, 17.10.20 (poi) Der chaldäisch-katholische Patriarch, Kardinal Mar Louis Raphael Sako, hat den irakischen Präsidenten Barham Salih ersucht, für ein Gesetz Sorge zu tragen, dass das Weihnachtsfest im ganzen Irak zum offiziellen Feiertag macht. Bei einer Begegnung des Patriarchen mit dem Präsidenten in dessen Residenz am Samstag würdigte Salih die außerordentliche Bedeutung der christlichen Gemeinschaften für den Wiederaufbau im Irak. Daher setze er sich auch in jeder Weise für die Rückkehr der vor dem IS-Terror geflohenen Christen in ihre Herkunftsorte ein, „angefangen von Mosul und der Ninive-Ebene“. Das Staatsoberhaupt betonte zugleich die Notwendigkeit, die oft vertuschte Diskriminierung zu beenden, die eine volle und freie Beteiligung der irakischen Christen am politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben des Landes behindert.

Im Vorjahr hatte der Kardinal-Patriarch angeordnet, das Weihnachtsfest im Hinblick auf die Situation der Familien der Todesopfer und Verletzten der damaligen großen Straßenproteste nur zurückhaltend zu feiern. Auch der traditionelle Weihnachtsempfang am Sitz des chaldäischen Patriarchen fand nicht statt. An diesen Empfängen nahmen in früheren Jahren jeweils die Spitzenrepräsentanten des politischen und religiösen Lebens im Irak teil.

Präsident Salih gehört der kurdischen Ethnie an. Während des Saddam Hussein-Regimes hatte er lange Zeit in Großbritannien gelebt.