Weltkirchenrat und Vatikan: Solidarität in der Corona-Zeit und danach

Gemeinsames Dokument bietet Anleitung zum Handeln mit den Bekennern anderer religiöser Traditionen in einer durch die COVID 19-Pandemie verwundeten Welt

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Foto: © NIAID (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic)

Genf-Vatikanstadt, 28.08.20 (poi/örkö) Der Weltkirchenrat und der Päpstliche Rat für den Interreligiösen Dialog haben ein gemeinsames Dokument mit dem Titel „Interreligiöse Solidarität im Dienst einer verwundeten Welt: Ein christlicher Aufruf zu Reflektion und Handeln während der Corona-Krise und darüber hinaus“ veröffentlicht. Es soll Kirchen und christliche Organisationen anregen, über die Bedeutsamkeit von Solidarität zwischen den Religionen in einer durch die COVID 19-Pandemie verwundeten Welt nachzudenken. Das Dokument bietet eine christliche Grundlage für Solidarität zwischen den Religionen, um den Anstoß für den Dienst an einer Welt zu geben und zu verstärken, die nicht nur durch das Corona-Virus, sondern auch durch eine Vielzahl anderer Verletzungen verwundet wurde. Das gemeinsame Dokument von Weltkirchenrat und Vatikan sieht den aktuellen Kontext der Pandemie als eine Zeit, in der neue Formen von Solidarität entdeckt werden, um so die Welt „nach Corona“ zu überdenken. Es besteht aus fünf Teilen, in denen über eine von Hoffnung genährte Solidarität nachgedacht wird, zugleich wird eine christliche Grundlage für religionsübergreifende Solidarität geboten, um diese Haltung in konkrete und glaubwürdige Taten umzusetzen.

Der interimistische Generalsekretär des Weltkirchenrats, der rumänisch-orthodoxe Priester und Theologe Prof. Ioan Sauca arbeitet in dem Dokument heraus, dass der interreligiöse Dialog im Hinblick auf Heilung und gegenseitige Fürsorge auf globaler Ebene lebenswichtig sei. „Im Angesicht der COVID 19-Pandemie hat es die menschliche Familie mit der nie zuvor so deutlichen Aufforderung zu tun, einander zu beschützen und die Gemeinschaften zu heilen“, so Sauca: „Der religionsübergreifende Dialog hilft nicht nur dabei, die Prinzipien unseres eigenen Glaubens und unsere Identität als Christinnen und Christen zu verdeutlichen, sondern leitet auch unser Verständnis für die Herausforderungen – und die kreativen Lösungen – der anderen ein“.

Der Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog, Kardinal Miguel Ángel Ayuso Guixot, unterstreicht, dass christlicher Dienst und Solidarität „in einer verwundeten Welt“ schon seit letztem Jahr auf der gemeinsamen Agenda von Päpstlichem Rat für den Interreligiösen Dialog und Weltkirchenrat steht. Die Pandemie habe die Umsetzung des Projekts als „zeitnahe ökumenische und religionsübergreifende Initiative“ erzwungen. Ayuso Guixot: „Die Pandemie hat die Verwundung und Zerbrechlichkeit unserer Welt enthüllt, durch die sich zeigte, dass unsere Erwiderung darauf in einer inklusiven Solidarität erfolgen muss, die angesichts der Sorge um die gesamte menschliche Familie auch den Bekennern anderer religiöser Traditionen und allen Menschen guten Willens offen steht“.

Das Dokument ist das jüngste Beispiel der Zusammenarbeit zwischen Weltkirchenrat und Päpstlichem Rat für den Interreligiösen Dialog nach der Publikation von „Erziehung zum Frieden in einer multireligiösen Welt: Eine christliche Perspektive“ vom Mai 2019.