Weltkirchenrat wird weiterhin alles tun, um den Frieden in Syrien zu fördern

Generalsekretär des Weltkirchenrats, Pfarrer Fykse Tveit, ehrte den UN-Sondergesandten für Syrien, Staffan de Mistura, der seine Mission zum Jahresende abschliesst

0
558
Foto: © (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution 2.5 Generic)

Genf, 13.12.18 (poi) Der Weltkirchenrat wird weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, um den Frieden in Syrien zu fördern: Dies erklärte der Generalsekretär des Weltkirchenrats, Pfarrer Olav Fykse Tveit, bei einem Essen, das er zu Ehren des UN-Sondergesandten für Syrien, Staffan de Mistura, im Schloss Bossey gab. De Mistura, ein aus Dalmatien stammender italienisch-schwedischer Diplomat, beendet seine Mission nach vierjähriger Tätigkeit am 31. Dezember. Der UN-Sondergesandte sagte seinerseits, es komme jetzt darauf an, den Frieden in Syrien endgültig zu sichern: „Was zählt, ist den Frieden in Syrien zu gewinnen“. UN-Generalsekretär Antonio Guterres habe ihm als letzten Auftrag ans Herz gelegt, „ein für alle mal zu verifizieren, ob ein glaubwürdiges und ausgewogenes Verfassungskomitee für Syrien zusammengestellt werden kann“. Der Weltkirchenrat und allgemein die religiösen Führungspersönlichkeiten in Syrien und der nahöstlichen Region hätten eine wichtige Rolle „bei der Heilung der Wunden und bei der Erarbeitung eines gemeinsamen Narrativs, in dem sich alle Syrer erkennen können und das zugleich der Bewahrung der Reichtums der Verschiedenheit in Syrien und der Wiederherstellung des gesellschaftlichen Zusammenhalts dient“.

Fykse Tveit betonte, dass der Weltkirchenrat die „ganze ökumenische Familie“ einladen werde, das syrische Volk auf diesem Weg zu begleiten, der zum gerechten Frieden und zur Sicherung der menschlichen Würde führen soll: „Wir hoffen und beten, dass das Ende des Leidens des syrischen Volkes nicht hinausgezögert wird“. Es sei ein zentrales Anliegen des Weltkirchenrats, dass in der nahöstlichen Region ein neuer gesellschaftlicher Konsens wächst. Es gehe um ein gemeinsames Narrativ, das von allen religiösen und ethnischen Gemeinschaften der Region geteilt wird – „auf der Basis eines inklusiven Verständnisses der Bürgerrechte und des verfassungsmäßig abgesicherten Respekts der Menschenrechte“. Nur so könnten die verschiedenen Gemeinschaften mit ihren unterschiedlichen ethnischen, religiösen und kulturellen Identitäten in der „von Gott verliehenen Gnade und Liebe“ leben und gedeihen.

An De Mistura gewandt sagte Fykse Tveit, der Weltkirchenrat werde den italienischen Diplomaten stets für dessen entschlossenes Eintreten für einen gerechten Frieden in Erinnerung behalten: „Wir haben mit Ihnen als einer großen Führungspersönlichkeit, einem Friedensstifter und Diplomaten gern zusammengearbeitet“. De Mistura begann seine friedenstiftende Tätigkeit 1971 mit dem UN-Welternährungsprogramm im Südsudan. Von da an leitete er immer wieder humanitäre Einsätze in Krisensituationen, so bei der Hungerkatastrophe von 1984 in Äthiopien und zur Überwindung der Folgen kriegerischer Auseinandersetzungen in Afghanistan, im Libanon, im Irak und während der Jugoslawien-Kriege.