Wien: Bau der syrisch-orthodoxen Marienkirche in Leopoldau schreitet voran

Für Österreich zuständiger Metropolit Mor Dionysios segnete Fundamente von vier Grundpfeilern des Gotteshauses sowie des Altars

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Foto: © Gryffindor (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic)

Wien, 24.03.19 (poi) Der Bau der syrisch-orthodoxen Marienkirche in Wien-Leopoldau schreitet voran. Der für Österreich zuständige syrisch-orthodoxe Metropolit Mor Dionysios Isa Gürbüz segnete am Sonntag die Fundamente von vier Grundpfeilern des Gotteshauses und des Altares, wobei jeweils eine Erinnerungsurkunde einbetoniert wurde. Die vier Grundpfeiler sind den vier Evangelisten geweiht, der Altar dem Heiligen Petrus als dem Haupt der Apostel. Der Rohbau des neuen Gotteshauses – des ersten syrisch-orthodoxen Kirchenneubaus in Österreich – soll noch heuer fertiggestellt werden. Der Spatenstich durch den Metropoliten Mor Dionysios war erst im November des Vorjahrs erfolgt. In seiner Predigt bei der Messfeier im syrisch-orthodoxen Kulturzentrum am Leopoldauer Platz (wo derzeit noch die Gottesdienste stattfinden) erinnerte der Metropolit daran, dass bedauerlicherweise in Europa viele Kirchen geschlossen oder verkauft werden, die syrisch-orthodoxe Kirche setze mit dem Kirchenneubau in Wien-Leopoldau bewusst einen Gegenakzent. „Den christlichen Glauben gibt es nicht ohne Hoffnung“, so der Metropolit in seiner Predigt. Diese Hoffnung finde in dem Neubau einen Ankerpunkt, an dem die syrisch-orthodoxen Gläubigen ihr missionarisches Zeugnis in der Welt von heute immer wieder festmachen könnten, indem sie auf Gottes Wort hören und ihr Leben danach ausrichten: „Das Wort Gottes will uns in der Tiefe erreichen und verändern. Es fällt in das Herz des Menschen wie in einen Brunnen und sprudelt dort wie ein Quell, dessen Wasser unser Denken, Reden und Handeln verändert“. Mor Dionysios mahnte, dieses Zeugnis immer auch mit dem Engagement für arme und notleidende Menschen zu verbinden, von denen es auch in Europa zahlreiche gebe.

An der Feier in Leopoldau nahmen auch „Pro Oriente“-Präsident Alfons M. Kloss und der Generalsekretär der Stiftung, Bernd Mussinghoff, teil. „Wir fühlen uns hier zu Hause“, sagte Präsident Kloss. Dass die syrisch-orthodoxe Gemeinde so „aktiv und kräftig“ sei, stärke auch die Katholiken. In der Welt von heute komme es auf das gemeinsame Zeugnis der Christen an. Die Stiftung „Pro Oriente“ verstehe ich als Brückenbauerin  zu den anderen christlichen Kirchen, die Beziehungen zur syrisch-orthodoxen Kirche seien besonders wichtig. „Wir freuen uns, dass das neue Gotteshaus in Leopoldau ein weiterer Bezugspunkt unserer Beziehung sein wird“, so Kloss.

Israil Günel, der Initiator des Bauprojekts, sagte, die Feier mit Metropolit Mor Dionysios sei „ein historischer Tag“. Seit 60 Jahren seien die syrisch-orthodoxen Christen in Österreich präsent, seit 30 Jahren sei die syrisch-orthodoxe Kirche staatlich anerkannt, mit dem Bau des neuen Gotteshauses „auf dem Fundament der vier Evangelisten und des Ersten der Apostel“  seien die Syrisch-Orthodoxen jetzt endgültig in der neuen Heimat angekommen und „echte Österreicher“. Der Vorsitzende der Baukommission der Pfarrgemeinde, Attila Alici, betonte im Gespräch mit dem „Pro Oriente“-Informationsdienst die zukunftweisende Konzeption des Gotteshauses mit zwei je zwölf Meter hohen Glockentürmen, das rund 300 Gläubigen Platz bieten wird. Der Entwurf von Oswin Stossier verbindet traditionelle Elemente des mesopotamischen Kirchenbaus mit zeitgenössischen Akzenten.