Jesuit schrieb Buch über das Judentum für arabische Christen

P. David Neuhaus, der selbst jüdischer Herkunft ist, entwirft ein Panorama des Judentums und des jüdischen Volkes, um den arabischen Christen eine tiefere Kenntnis der jüdischen Religion zu erschließen

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Foto ©: Andrew Shiva (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International)

Jerusalem, 04.02.20 (poi) Der Obere der Jesuiten im Heiligen Land, P. David Neuhaus, hat vor kurzem ein neues Buch veröffentlicht, in dem er den arabischen Christen das Judentum vorstellt und nahebringt. P. Neuhaus, der selbst jüdischer Herkunft ist, entwirft in seinem Buch ein Panorama des Judentums und des jüdischen Volkes, um den Arabern, vor allem den arabischen Christen, eine tiefere Kenntnis der jüdischen Religion zu erschließen. Die beiden ersten Teile des Buches informieren über die Präsenz des jüdischen Volkes in aller Welt, über die jüdische Identität und die historische Entwicklung von der biblischen Zeit bis heute. Der dritte Teil stellt den jüdischen Glauben und die religiöse Praxis dar, die religiösen Pflichten und die Erwartung des Messias. Im vierten Teil wird die jüdische Gegenwart behandelt: Die konfessionelle und kulturelle Vielfalt der Juden wird ebenso dargestellt wie die Entwicklung des Zionismus und das Leben im Staat Israel und in der Diaspora. Das Buch trägt den programmatischen Titel: „Das Judentum hat sich bei uns entwickelt: Eine Einführung in das Judentum für die arabischen Christen“. P. David Neuhaus hält seit 20 Jahren Lehrveranstaltungen auf arabisch über das Judentum – sowohl am Priesterseminar des lateinischen Patriarchats von Jerusalem in Beit Jala, als auch an der katholischen Universität in Bethlehem und an anderen akademischen Institutionen im Heiligen Land und in verschiedenen arabischen Ländern.

Der aus einer deutschen jüdischen Familie stammende Jesuit wurde in Südafrika geboren. Im Alter von 15 Jahren übersiedelte er nach Israel; mit 26 Jahren konvertierte er zur katholischen Kirche. Er beendete sein Studium der Politikwissenschaften an der Hebräischen Universität Jerusalem mit der Promotion. 1992 trat er der Gesellschaft Jesu bei. Nach seiner theologischen und philosophischen Ausbildung und dem vertieften Studium der Heiligen Schrift (u.a. am „Centre Sèvres“ der Jesuiten in Paris und am Päpstlichen Bibelinstitut in Rom) empfing er am 8. September 2000 die Priesterweihe. Seit 2001 lehrt er an der Universität Bethlehem die Fächer „Einführung in das Judentum“ und „Einführung in das Alte Testament“ sowie Bibelwissenschaft am Lateinischen Seminar in Beit Jala. Im März 2009 wurde er vom damaligen lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Fouad Twal, zum Patriarchalvikar für die hebräischsprechenden Katholiken (und Koordinator für die Flüchtlings- und Migrantenseelsorge) ernannt. Im August 2017 bat er Erzbischof Pierbattista Pizzaballa darum, von dieser Aufgabe entpflichtet zu werden. Seit Juli 2019 ist er Regionaloberer der Jesuiten im Heiligen Land.