Grabesritter: „Nächstenliebe und Solidarität“

Neuer Großmeister des Ordens, Kardinal Fernando Filoni, trat mit Messfeier in der römischen Kirche Santo Spirito in Sassia sein Amt an

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Foto: © Dieter Schmitt, Fulda DSC (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Rom, 02.02.20 (poi) „Wir dürfen nie vergessen, dass Nächstenliebe und Solidarität herausragende Merkmale des Ritterordens vom Heiligen Grab sind“: Dies betonte der neue Großmeister des Ordens, Kardinal Fernando Filoni, bei seiner Inaugurationsmesse am 1. Februar in der römischen Kirche Santo Spirito in Sassia. Kardinal Filoni fügte hinzu: „Es ist uns eine Ehre, diese Merkmale zu Gunsten der Kirche von Jerusalem in die Praxis umzusetzen, für die vielen Not leidenden Schwestern und Brüder, die im Heiligen Land leben“. Wer dem Orden angehöre, tue dies nicht aus familiärer oder sonstiger Tradition, sondern weil er von dem berufen sei, der zur „Wasserscheide in der Geschichte der Menschheit“ geworden ist, Christus. Der neue Großmeister der Grabesritter betonte, dass die Existenz des Ritterordens vom Heiligen Grab darauf ausgerichtet sei, im Heiligen Land, wo es so viele heilige Orte gibt, weiterhin die Stimme des Evangeliums vernehmbar zu machen, aber auch im Interesse der dort Lebenden für die Werke der Nächstenliebe, die Unterstützung der kulturellen und gesellschaftlichen Institutionen sowie für die Verteidigung der Menschenrechte Sorge zu tragen. Nach der Messfeier fand im Palazzo della Rovere eine Begegnung zwischen dem Kardinal und den Mitgliedern des Großmagisteriums sowie zahlreichen italienischen Rittern und Damen des Ordens statt.

Filoni wurde 1946 im apulischen Manduria geboren. Von 2011 bis 2019 war er Präfekt der vatikanischen Missionskongregation (Kongregation für die Evangelisierung der Völker). Am 8. Dezember 2019 wurde er von Papst Franziskus zum Großmeister des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem ernannt. Er trat die Nachfolge von Kardinal Edwin O’Brien an, der altersbedingt zurückgetreten war. Filoni war 1970 in Galatone zum Priester geweiht worden. An der Päpstlichen Lateranuniversität in Rom absolvierte er ein Doktoratsstudium in Kanonischem Recht und an der römischen Universität La Sapienza ein Doktoratsstudium in Philosophie. An der Libera Università Internazionale degli Studi Sociali absolvierte er ein Journalismusstudium. 1982 trat er in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Er war zunächst in den Apostolischen Nuntiaturen in Ceylon und im Iran tätig. Von 1985 bis 1989 arbeitete er im Päpstlichen Staatssekretariat und wirkte anschließend wieder in den Apostolischen Nuntiaturen in Brasilien und auf den Philippinen.

2001 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Apostolischen Nuntius im Irak und Jordanien. Die Bischofsweihe erteilte ihm Papst Johannes Paul II. selbst am 19. März desselben Jahres. Als einziger ausländischer Diplomat blieb er während des Irakkrieges der USA in Bagdad, was ihm den Übernahmen „Nuntius Courage“ einbrachte (im August 2014 war er – diesmal im Auftrag von Papst Franziskus – wieder in einer Friedensmission im Irak unterwegs). 2006 übertrug ihm Papst Benedikt XVI. die Aufgabe des Apostolischen Nuntius auf den Philippinen. Benedikt XVI. ernannte ihn dann ein Jahr später zum Substituten im Päpstlichen Staatssekretariat (soviel wie „Innenminister“). Im Mai 2011 wurde er von Benedikt XVI. zum Präfekten der einflussreichen „Missionskongregation“ ernannt. Im Februar 2012 wurde er zum Kardinal erhoben. Vor wenigen Tagen hat Papst Franziskus Kardinal Filoni zum Mitglied der „Kongregation für die Heiligsprechungen“ ernannt.