Arabische Emirate unterstützen Wiederaufbau der Thomaskirche in Mosul

Restaurierung des syrisch-katholischen Gotteshauses wird als Zeichen der Wiedergeburt der Tigris-Metropole betrachtet

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Foto: © Sgt. Michael Bracken/PD-USGOV-MILITARY-ARMY (Quelle: Wikimedia; Lizenz: public domain)

Bagdad, 20.02.20 (poi) Im kommenden April sollen die Wiederaufbau- und Restaurierungsarbeiten an der St. Thomas-Kirche in Mosul beginnen, die während der Herrschaft der IS-Terroristen verwüstet wurde. Der Wiederaufbau des  syrisch-katholischen Gotteshauses wird als Zeichen der Wiedergeburt Mosuls betrachtet: Die UNESCO wird die Restaurierungsarbeiten vor allem dank einer erheblichen Zuwendung der Vereinigten Arabischen Emirate in Höhe von 50 Millionen US-Dollar unterstützen. Das Projekt ist Teil der Initiative „Revive the spirit of Mosul“, die 2018 ins Leben gerufen wurde und darauf abzielt, Spenden für den Wiederaufbau von Denkmälern und Gotteshäusern zu sammeln, die die pluralistische, multiethnische und multireligiöse Identität der Tigris-Metropole symbolisieren und während des dschihadistischen Terrors schwer beschädigt worden sind.

Während des Terrors, der im Dezember 2017 mit der Rückeroberung von Mosul durch die irakischen Streitkräfte endete, hatte die Thomaskirche schwere Schäden an den Außenmauern und im Inneren erlitten. Das symbolische Ausmaß der Restaurierung der Kirche wurde in einer UNESCO-Erklärung hervorgehoben, in der das christliche Gotteshaus als Symbol der Geschichte Mosuls beschrieben wird, das vom friedlichen Zusammenleben verschiedener Religionsgemeinschaften geprägt war. Die Kirche befindet sich im historischen Teil der Stadt am Ostufer des Tigris, ihre heutige Gestalt geht auf einen Umbau im Jahr 1859 zurück.

Nach der Befreiung fand in der noch immer von Trümmern übersäten St. Thomas-Kirche am 28. Februar des Vorjahrs eine „Messe für den Frieden“ statt. Anwesend waren auch Vertreter der islamischen Glaubensgemeinschaft und verschiedener nichtmuslimischer Kommunitäten im Zeichen der Versöhnung zwischen den verschiedenen Komponenten der lokalen Bevölkerung. Den Gottesdienst leitete der syrisch-katholische Erzbischof Youhanna Boutros Mouche. Bei der Liturgie waren nicht nur die Repräsentanten der anderen christlichen Kirchen – an der Spitze der chaldäisch-katholische Erzbischof von Mosul, Michael Najeeb Moussa – anwesend, sondern auch Vertreter der muslimischen, jesidischen und Shabaki-Gemeinschaften sowie der Zivilgesellschaft. Im Rahmen der Wiederaufbau-Initiative haben auch die Restaurierungsarbeiten an anderen wichtigen Gotteshäusern in Mosul begonnen, die den Untaten der IS-Terroristen zum Opfer gefallen waren. Dabei handelte es sich auch um einige Moscheen, die ursprünglich Kirchen waren.

Najm al-Jubouri, der Gouverneur der irakischen Provinz Ninive, berichtete vor wenigen Tagen, dass die Rückkehr von Binnenvertriebenen (hauptsächlich Christen) in ihre traditionellen Siedlungsgebiete in Mosul und der Ninive-Ebene für die irakischen Kommunalbehörden Priorität habe.