Orthodoxe Kirche kann nur Vereinbarungen akzeptieren, „die Kosovo als Teil Serbiens sehen“

Aber der serbische Patriarch Irinej betont auch, dass er persönlich die Idee einer „Normalisierung der Beziehungen zwischen Albanern und Serben“ unterstütze

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Foto: © Orjen (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Belgrad, 11.09.20 (poi) Die serbisch-orthodoxe Kirche hat ihre Haltung gegenüber den jüngsten Initiativen zunächst der USA und dann der EU im Hinblick auf Verhandlungen zwischen Serbien und dem Kosovo klargemacht. „Die serbisch-orthodoxe Kirche kann nur solche Vereinbarungen akzeptieren, in denen Kosovo als Teil Serbiens betrachtet wird“, stellte Patriarch Irinej fest. Wörtlich sagte der Patriarch: „Das ist absolut die Position der Kirche, hier hat sich nichts geändert. Wir werden sehen, in welche Richtung sich die Verhandlungen zwischen serbischen und albanischen Politikern entwickeln“. Er hob aber hervor, dass er persönlich die Idee einer „Normalisierung der Beziehungen zwischen Albanern und Serben“ unterstütze: „Das wäre normal und logisch. Es ist von essenzieller Bedeutung, eine gute Beziehung zwischen den beiden Völkern herzustellen“.

Zugleich unterstrich Patriarch Irinej, dass sich die serbisch-orthodoxe Kirche in die Verhandlungen einbringen werde, wenn sie eingeladen werden sollte: „Wenn uns jemand einlädt und uns Gelegenheit gibt, unsere Meinung zu sagen, werden wir uns an den Kosovo-Gesprächen beteiligen. Andernfalls werden wir sicher aufmerksame Beobachter des Verhandlungsprozesses sein“. Was das Ergebnis der Verhandlungen in Washington betreffe, müsse man zunächst den Text des Abkommens sehen, stellte der Patriarch fest.