Balkan-Halbinsel: Bischöfe ringen mit Corona-Epidemie

Katholischer Bischof in Istanbul schwer erkrankt – Drei wichtige orthodoxe Hierarchen und der katholische Erzbischof von Sarajevo konnten die Krankenhäuser wieder verlassen

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Foto: © NIAID (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic)

Istanbul, 13.12.20 (poi) Der Apostolische Vikar von Istanbul (und Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz der Türkei), Bischof Ruben Tierrablanca Gonzalez, ist schwer an Covid-19 erkrankt. Vor zehn Tagen wurde festgestellt, dass der Bischof mit dem Coronavirus angesteckt ist, sein Zustand verschlechterte sich rapide. Die Ärzte an der Koc-Universitätsklinik entschlossen sich, ihn zu intubieren und invasiv zu beatmen. Der 68-jährige Bischof stammt aus Mexiko, er gehört dem Franziskanerorden an. Seit 2003 lebt er am Bosporus, im April 2016 wurde er zum Apostolischen Vikar für die Katholiken der Bosporus-Metropole ernannt.
In den letzten Tagen konnten drei wichtige orthodoxe Hierarchen der Balkan-Halbinsel, die an Covid 19 erkrankt waren, nach entsprechender Behandlung die Krankenhäuser wieder verlassen. Es handelt sich um den orthodoxen Erzbischof von Athen, Hieronymos (Liapis), den orthodoxen Erzbischof von Tirana, Anastasios (Yannoulatos), sowie den „Locum tenens“ des serbisch-orthodoxen Patriarchats (und Metropoliten von Sarajevo), Hrizostom (Jevic).
Auch der 75-jährige katholische Erzbischof von Sarajevo, Kardinal Vinko Puljic, der am 1. Dezember positiv auf Corona getestet und daraufhin am 3. Dezember hospitalisiert wurde, konnte am Samstag das Krankenhaus wieder verlassen. Kardinal Puljic sprach sich überaus positiv über das ärztliche und pflegerische Personal des Abdulah Nakas-Krankenhauses in der bosnischen Hauptstadt aus: „Nicht nur waren alle sehr professionell, sondern auch human und liebenswürdig. Mein Koadjutor, der auch wegen Corona hospitalisiert war, und ich haben ihre Geduld mit den Patienten bewundert. Zuerst haben wir gedacht, sie verhalten sich nur uns gegenüber so, aber dann haben wir gesehen, dass sie mit allen Patienten so sind“.
Erst vor kurzem waren der serbisch-orthodoxe Patriarch Irinej und der serbisch-orthodoxe Metropolit von Montenegro, Amfilohije (Radovic), der Pandemie erlegen.