In Iskenderun soll eine Straße an den ermordeten Bischof Padovese erinnern

Vor zehn Jahre wurde Bischof Luigi Padovese getötet – Er hatte auf vielfache Weise beigetragen, das geistige und kulturelle Erbe Kleinasiens außerhalb der türkischen Grenzen bekannt zu machen

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Foto: © (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Germany)

Ankara, 02.07.20 (poi) Dem vor zehn Jahren ermordeten Bischof (und Apostolischem Vikar von Anatolien) Luigi Padovese sollte in seiner einstigen Bischofsstadt Iskenderun (Alexandrette) eine Straße gewidmet werden. Padovese habe mit vielen der von ihm organisierten Initiativen und theologischen Konferenzen dazu beigetragen, das geistige und kulturelle Erbe Kleinasiens außerhalb der türkischen Grenzen bekannt zu machen, erinnerte Padoveses Amtsnachfolger, Bischof Paolo Bizzeti, und fügte hinzu: „Deshalb glaube ich, dass er es verdient, dass in Iskenderun eine Straße nach ihm benannt wird, so wie es in Istanbul für den einstigen Apostolischen Delegaten Angelo Roncalli getan wurde, den späteren Papst Johannes XXIII.“.

Bischof Bizzeti äußerte seinen Vorschlag im Gespräch mit der katholischen Nachrichtenagentur „Fides“ bei der Präsentation einer auf Initiative des Apostolischen Vikariats erschienenen türkischen Ausgabe einer Sammlung von Predigten und Hirtenbriefen Bischof Padoveses. Die Veröffentlichung mit dem Titel „Zeuge des Guten Hirten“, herausgegeben von Mariagrazia Zambon, wurde auch vom “Luigi Padovese”-Kulturzentrum in Cucciago in der Provinz Como gefördert und entstand in Zusammenarbeit mit dem evangelischen Verlag „The Bible Company“ mit Sitz in Istanbul.

Luigi Padovese wurde 1947 in Mailand geboren und war im Alter von 18 Jahren in den Kapuzinerorden eingetreten. Nach seiner Promotion an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom wurde er 1973 zum Priester geweiht und war seit 1982 Professor für Patristik und Geschichte der Spiritualität am „Antonianum“. 2004 wurde er zum Apostolischen Vikar von Anatolien ernannt. Am 3. Juni 2010 wurde er von seinem Fahrer, dem 26-jährigen Murat Altun, erstochen, Motiv und Hintergründe blieben im Dunkeln.

Der Bischof war immer um Ausgleich bemüht. Muslimischen Gesprächspartnern erschloss er einen Zugang zur Person Jesu ausgehend von Quellen des Koran und der islamischen spirituellen Tradition. Er war aber auch überzeugt, dass es in der Türkei, einem einstigen Herzland der Christenheit, eine massive Hinwendung zum Christentum geben würde, wenn es „echte Religionsfreiheit“ gäbe.