Rückkehr der Christen in die Ninive-Ebene soll stärker gefördert werden

Migrationsministerin Jabro verhandelte in Erbil mit dem Präsidenten der autonomen kurdischen Region des Irak – Gespräch auch mit dem chaldäisch-katholischen Erzbischof von Mosul

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Foto: © Chaldean (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Public domain)

Erbil, 28.07.20 (poi) Die prekäre Lage der christlichen und jesidischen Flüchtlinge, die immer noch fern von ihren Heimatorten im kurdischen Autonomiegebiet im Irak leben, stand im Mittelpunkt der Gespräche, die am 26. Juli in Erbil zwischen der irakischen Migrationsministerin Eva Faeq Yaqub Jabro (einer chaldäischen Katholikin) und dem Präsidenten der Autonomen Region Kurdistan, Nechirvan Idris Barzani, stattfanden. Bei den Gesprächen ging es um Maßnahmen zum Schutz von Flüchtlingen vor der Coronavirus-Pandemie sowie um Projekte zur Förderung der Rückkehr von Flüchtlingen in ihre ursprünglichen Heimatorte in der Ninive-Ebene und im Sinjar-Gebirge. In diesem Zusammenhang wurden auch Entschädigungszahlungen angesprochen, die Christen und Jesiden zur Rückkehr in ihre Heimatorte motivieren sollen, aus denen sie 2014 vor den IS-Terroristen geflohen waren. Die Ministerin bekräftigte ihre Entschlossenheit, den Plänen jener entgegenzuwirken, die Fluchtbewegungen von Christen und Jesiden nutzen wollen, um das demografische Gleichgewicht im Nordirak dauerhaft zu verändern und damit das multiethnische und multireligiöse Profil der Ninive-Ebene und des Sinjar-Gebirges zu unterlaufen.

Die Lage jener Christen, die bereits nach Mosul und in die Ninive-Ebene zurückgekehrt sind, stand im Mittelpunkt eines weiteren Treffens zwischen der Ministerin und dem chaldäisch-katholischen Erzbischof von Mosul, Michael Najeeb Moussa.In der Ninive-Ebene bleibt die Situation ungewiss und angespannt, infolge der Anwesenheit von Milizen mit unterschiedlichem politisch-ethnischem Hintergrund.

Eva Faeq Yaqub Jabro wurde am 6. Juni vom irakischen Premierminister Mustafa al-Kadhimi zur Ministerin ernannt. Zuvor hatte sie mit der 2003 von Fatima Al-Bahadly gegründeten NGO „Al-Firdaws“ zusammengearbeitet und sich für die Entwicklung von Sozial- und Arbeitsprojekten für Frauen und Jugendliche engagiert. Sie war in der Vergangenheit auch Beraterin des Gouverneurs von Mosul.