Rumänien: Kloster mit historisch belastetem Österreich-Bezug revitalisiert

Moldau-Kloster Solca, das 1785 von den Habsburgern aufgelassen wurde, neu errichtet - Abt Velnic: "Eine von vielen Wunden der Bukowina geschlossen"

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Foto: © (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution 1.0 Generic)

Bukarest, 11. März 2021 (POI) In der rumänischen Bukowina wurde im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes am vergangenen Sonntag das rumänisch-orthodoxe Solca-Kloster neu begründet, wie das Informationsportal „basilica.ro“ berichtet. Das Kloster war vor 236 Jahren, im Jahr 1785, von den Habsburgern aufgelassen worden. Vor einiger Zeit hatte Erzbischof Calinic (Dumitriu) von Suceava und Radauti die Initiative ergriffen und eine „Revitalisierung“ des Klosters in Angriff genommen.

Abt Melchisedec Velnic vom nahen Putna-Kloster sagte bei der feierlichen Liturgie am Sonntag, dass damit nun „eine von vielen Wunden der Bukowina geschlossen wurde“. Er erinnerte daran, dass die Habsburger im 18. Jahrhundert insgesamt 21 Klöster aufgelöst hatten.

Im November 2020 erstand die örtliche Erzdiözese Grundstücke, die früher zum Kloster gehört hatten. Das Putna-Kloster wurde beauftragt, eine neue Mönchsgemeinschaft im Solca-Kloster zu gründen und die nötigen Instandsetzungsarbeiten im Kloster in die Wege zu leiten. Der neue Abt des Klosters, Elefterie Ionesie, gehörte bisher auch dem Putna-Kloster an.

Die bisherige Pfarrkirche wurde mit Sonntag wieder zur Klosterkirche, bleibt aber bis auf Weiteres Gottesdienststätte für die Gläubigen von Solca. Eine neue Pfarrkirche soll zudem gebaut werden, hieß es. Auch ein neuer Pfarrer, der eng mit dem Abt und bis auf Weiteres auch einzigen Mönch des neuen-alten Klosters zusammenarbeiten wird, wurde ernannt. Das Solca-Kloster reiht sich nun wieder in die berühmten rumänischen Moldau-Klöster ein.

Aktuell gibt es wieder einen Bezug der Moldauklöster zu Österreich: Die neue rumänisch-orthodoxe Kirche im Wiener Nordbahnviertel, die dieser Tage weitgehend fertiggestellt wird und in der bereits Gottesdienste abgehalten werden, ist nach dem Vorbild der Klosterkirchen der Moldauklöster geplant worden.

GESCHICHTE

Das Kloster, das den hl. Petrus und Paulus geweiht ist, wurde 1612 von Fürst Stefan Tomsa II. gegründet. Die Kirche wurde bereits 1614 geweiht, die weiteren Gebäude wurden bis 1622 fertiggestellt. Durch fürstliche Schenkungen erlangte das Kloster Reichtum und verfügte über großen Grundbesitz und Angestellte (Leibeigene).

Nach der Machtübernahme der Habsburger 1774/1775 und den Josephinischen Reformen wurde das Kloster 1785 enteignet und aufgelöst, die Leibeigenschaft beendet. In Solca wurde stattdessen eine gewöhnliche Pfarre eingerichtet, mit der ehemaligen Klosterkirche als neuer Pfarrkirche. Von den 17 Mönchen, die zum Zeitpunkt der Auflösung im Kloster lebten, wurde nur einem älteren gestattet, weiterhin vor Ort zu bleiben. Einige Klostergebäude wurden bei einem Feuer im Jahr 1871 zerstört, weitere Zerstörungen richtete der Erste Weltkrieg an. 1918 ging die Bukowina für Österreich-Ungarn verloren und an Rumänien.