Stiftung PRO ORIENTE beleuchtet Verhältnis von Primat und Synodalität

Stiftung PRO ORIENTE beleuchtet Verhältnis von Primat und Synodalität Hochkarätige Diskussionsveranstaltung am 4. November in Wien über Publikation "Im Dienst an der Gemeinschaft - Das Verhältnis von Primat und Synodalität neu denken" des "St.-Irenäus-Arbeitskreises"

0
62
Foto: © Bwag (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International)

Wien, 02.11.21 (poi) Unter dem Motto „Im Dienst an der Gemeinschaft – Zum Verhältnis von Primat und Synodalität“ lädt die Stiftung PRO ORIENTE in Kooperation mit der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien am Donnerstag, 4. November, zu einer Diskussionsveranstaltung in Wien (Curhaus, Stephansplatz 3, 19 Uhr). Grundlage der Veranstaltung ist die 2018 vom „St.-Irenäus-Arbeitskreis“ veröffentlichte Studie „Das Verhältnis von Primat und Synodalität neu denken“. Eröffnet wird der Abend mit einem Grußwort des Vorsitzenden der Orthodoxen Bischofskonferenz in Österreich, Metropolit Arsenios (Kardamakis).

Eine Einführung in das Dokument des Arbeitskreises erfolgt im Anschluss durch die Berliner Theologin Regina Elsner vom Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien. Sie ist u.a. auch Mitglied der PRO ORIENTE-Kommission für den orthodox-katholischen Dialog.

Der Wiener Dogmatiker Prof. Jan-Heiner Tück und die Leipziger Theologin Anna Priskina-Müller beleuchten in Folge die Studie aus katholischer und orthodoxer Sicht und stellen Bezüge zu aktuellen Diskussionen her, beispielsweise zum Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland und zum Synodalen Prozess der weltweiten katholischen Kirche. Abschließend folgt eine Podiumsdiskussion mit den beiden Vortragenden und den beiden Co-Sekretären des „Irenäus-Arbeitskreises“, dem orthodoxen libanesisch-deutschen Theologen Prof. Assaad Elias Kattan und Johannes Oeldemann, Direktor im Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik in Paderborn.

Die Mitglieder des „Irenäus-Arbeitskreises“ bearbeiteten über viele Jahre die Frage, inwieweit die Kirchenleitung durch einen Einzelnen (Papst, Primas, Patriarch) oder durch ein kollegiales Gremium (Synode, Konzil) erfolgen kann bzw. sollte. Die Experten kamen letztlich zu der Erkenntnis, dass Primat und Synodalität nicht getrennt voneinander betrachtet werden können, weil beide im Dienst an der kirchlichen Gemeinschaft stehen. So enthält die Studie des „Irenäus-Arbeitskreises“ viele Impulse für das Gespräch zwischen Katholiken und Orthodoxen, auch über den Kreis der Experten hinaus.

Das Dokument enthält hermeneutische, historische und systematische Überlegungen, wobei der Wiener Ostkirchenexperte Prof. Rudolf Prokschi vor allem die hermeneutischen Überlegungen hervorhebt. So müsse auch bei Dogmen oder Kanones immer der Entstehungskontext beachtet werden, der die jeweilige theologische Sprache mitgeprägt habe. Dies zu beachten sei für ein angemessenes Verständnis der Bedeutung der entsprechenden Begriffe sehr wichtig. Zudem gelte es, auch nicht-theologische Faktoren zu bedenken, die ganz wesentlich für die zwischenzeitliche Entfremdung der Kirchen gewesen seien. Er orte in diesem Zusammenhang eine zunehmende Übereinstimmung zwischen katholischen und orthodoxen Theologien, so Prokschi gegenüber dem PRO ORIENTE-Informationsdienst.

Prokschi ist Vizepräsident der Stiftung PRO ORIENTE und katholisches Mitglied des „Irenäus-Arbeitskreises“. Schon bei der Verabschiedung des Dokuments 2018 in Graz habe man sich hoffnungsvoll gezeigt, so Prokschi, dass der Text einen Beitrag zum theologischen Dialog zwischen der Katholischen und der Orthodoxen Kirche leisten wird.

Das Dokument wurde bereits in mehrere Sprachen übersetzt. Bei der letzten Sitzung des Arbeitskreises Anfang Oktober 2021 empfing Papst Franziskus die Mitglieder in Audienz. Dabei bekam er alle bisher erschienenen Sprachausgaben als Geschenk.

Vorsitzende des Arbeitskreises sind gemeinsam der katholische Bischof von Magdeburg, Gerhard Feige, und der rumänisch-orthodoxe Erzbischof und Metropolit für Deutschland, Zentral- und Nordeuropa, Serafim (Joanta). Als Co-Sekretäre fungieren Johannes Oeldemann, Direktor im Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik in Paderborn, und der orthodoxe libanesisch-deutsche Theologe Prof. Assaad Elias Kattan. Beide sind auch Konsultoren und Mitglieder der Kommission für den katholisch-orthodoxen Dialog der Stiftung PRO ORIENTE.

Aus Österreich gehören dem Arbeitskreis neben Prokschi der Grazer Ökumene-Experte und PRO ORIENTE-Konsultor Prof. Basilius Jacobus Groen und der Dekan der Grazer Theologischen Fakultät, Prof. Pablo Argarate, an. Er ist ebenfalls PRO ORIENTE-Konsultor und Vorsitzender der Kommission für den Dialog zwischen den orientalisch-orthodoxen Kirchen und der katholischen Kirche der Stiftung PRO ORIENTE.

Für eine Teilnahme an der Veranstaltung am 4.11. ist eine vorherige Anmeldung erforderlich (bitte bis 3.11. unter office@pro-oriente.at; es sind nur noch wenige Plätze frei). Die Veranstaltung kann auch im Internet live mitverfolgt werden (über den YouTube-Kanal von PRO ORIENTE).