6. Januar: Orthodoxes Epiphaniefest in Wien mit ökumenischem Akzent

Metropolit Arsenios begrüßte den Eisenstädter Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics als „geliebten Bruder in Christus“ – In der „Zeit der Trennung“ das Gemeinsame betonen

0
149
Foto ©: Franz Johann Morgenbesser (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

Wien, 06.01.19 (poi)  Einen starken ökumenischen Akzent hatte das orthodoxe Epiphaniefest (mit der anschließenden Großen Wasserweihe bei der Schwedenbrücke am Donaukanal) in der Wiener griechisch-orthodoxen Kathedrale am 6. Jänner. Wie seit 2015 üblich, war der Eisenstädter Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics sowohl bei der Göttlichen Liturgie in der Dreifaltigkeitskathedrale als auch bei der Großen Wasserweihe anwesend. Metropolit Arsenios (Kardamakis) begrüßte den Eisenstädter Bischof in der Kathedrale als „geliebten Bruder in Christus“. In der „Zeit der Trennung“ zwischen den Kirchen sei es umso wichtiger, das Gemeinsame zu betonen. Bischof Zsifkovics proklamierte im Gottesdienst den Jesaja-Text (Kapitel 55), der in der Liturgie des Epiphanie-Festes eine wichtige Rolle spielt. In einer kurzen Ansprache überbrachte der Eisenstädter Bischof Grüße und Neujahrswünsche an den Metropoliten und die orthodoxen Christen in Wien. Es sei ihm jedes Jahr eine besondere Freude, das Epiphanie-Fest gemeinsam mit den Orthodoxen begehen zu dürfen. Das so eindrucksvolle Bild der Taufe Jesu in der Dreifaltigkeitskathedrale begleite ihn jeweils das ganze Jahr hindurch. Dieses Bild mache deutlich, dass jene, „die in Gott eintauchen, den Blick zum Himmel, den Durchblick“ nicht verlieren. Die Christen, die in der Taufe Gottes Geist empfangen, hätten die Berufung, „in dieser Welt Friedensboten und Brückenbauer zu sein“. Dass jetzt der Bau des ersten orthodoxen Klosters in Österreich in St. Andrä am Zicksee beginnen könne, weil alle Genehmigungen vorliegen, bezeichnete der Eisenstädter Bischof als ein „Weihnachtswunder“. Was jetzt noch fehle, sei die entsprechende Finanzierung. Bei der Großen Wasserweihe erteilte Bischof Zsifkovics ebenso wie Metropolit Arsenios den versammelten Gläubigen den Segen mit dem Kreuz, das zur „Heiligung der Fluten“ verwendet wird.

Metropolit Arsenios hob in seiner Predigt bei der Göttlichen Liturgie die tiefe theologische Bedeutung des Festes der Taufe Jesu hervor: Dieses Feste signalisiere, dass der Mensch wieder die Möglichkeit hat, in das Reich Gottes einzutreten. „Die Taufe Jesu öffnet für uns Menschen den Himmel“, sagte der Metropolit wörtlich. Weil Gott die Menschen retten wollte, sei das Wort Gottes Mensch geworden. Gott biete den Menschen sein Heil an, jetzt sei entscheidend, dass die Menschen die entsprechende Antwort auf dieses Angebot geben.

Die „Große Wasserweihe“ bei der Schiffsanlegestelle unweit der Schwedenbrücke ist in den letzten Jahren zu einem integralen Bestandteil des kirchlich-religiösen Lebens in Wien geworden, die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer steigt von Jahr zu Jahr.  Höhepunkt der von Psalmen, Bibellesung und Gebeten getragenen „Großen Wasserweihe“ war das dreimalige Untertauchen eines kunstvollen Holzkreuzes durch den Metropoliten. Bei der „Großen Wasserweihe“ wird intensiv für die Stadt und ihre Menschen, für alle Not Leidenden und Schutz Suchenden, gebetet. Zugleich mache die orthodoxe Kirche bewusst, dass die Menschen sowohl Gott als auch das Wasser brauchen, um leben zu können, sagte der Metropolit am Sonntag in seinen Schlussworten.