Ägypten: Kirchliche Hochzeiten sind wieder gestattet

Papst-Patriarch Tawadros II. lockerte die im Hinblick auf die Corona-Pandemie verfügte Schließung der Kirchen

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Foto ©: Österreichische Außenministerium (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic)

Kairo, 05.05.20 (poi) Der koptisch-orthodoxe Papst-Patriarch Tawadros II. hat eine teilweise Lockerung der im Hinblick auf die Corona-Pandemie getroffenen Bestimmungen über die Schließung der Kirchen angeordnet, sodass unter bestimmten Bedingungen die Feier von Hochzeiten in den Gotteshäusern möglich ist. Außer den Ehepartnern, dem Priester und dem Diakon dürfen maximal vier Personen an den Feiern teilnehmen. Auf die Hochzeitszeremonie darf keine private Feier folgen. Den Ehepartnern wird dringend empfohlen, sich vor der liturgischen Feier ärztlich untersuchen zu lassen. Auf traditionelle Hochzeitskleidung muss verzichtet werden.

In den letzten Tagen hatte Tawadros II. in einem Interview mit einem australischen TV-Sender betont, dass die Entscheidung zur Schließung der Kirchen notwendig gewesen sei, um Menschenleben zu retten. In Ägypten war am 14. Februar die erste Coronavirus-Infektion in ganz Afrika gemeldet worden. Nach Angaben der ägyptischen Gesundheitsbehörden gab es Ende April fast 1.000 Ansteckungsfälle, rund 350 Tote waren zu beklagen. Die Dunkelziffer der Erkrankten wird wesentlich höher eingeschätzt. Am 15. März stoppte die Regierung in Kairo den Flug-, Schiffs- und Eisenbahnverkehr und ordnete die Schließung von Schulen, Restaurants, Cafés, Moscheen und Kirchen an. Die nächtliche Ausgangssperre wurde am 27. April verlängert, doch im Hinblick auf den islamischen Fastenmonat Ramadan um eine Stunde verschoben, damit die Muslime die einzige tägliche Mahlzeit zu sich nehmen können. Die abendlichen „Iftar“-Festessen, die normalerweise jeden Tag des Fastenmonats beschließen, sind jedoch untersagt.