Kondolenz-Schreiben aus den Ostkirchen zum Messerattentat in der Basilika Notre-Dame in Nizza

Moskauer Patriarch Kyrill I. und Kiewer Großerzbischof Swjatoslaw brachten Mitgefühl mit den Opfern und deren Angehörigen und Freunden zum Ausdruck – „Nie daran zweifeln, dass Christus unter uns ist“

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Foto: © Mister No (Quelle: WIkimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 Unported)

Moskau-Kiew, 30.10.20 (poi)  Das von einem islamistisch indoktrinierten Tunesier verübte Messerattentat in der Basilika Notre-Dame in Nizza – bei dem drei Gläubige getötet wurden – hat auch in den Ostkirchen tiefe Bestürzung und Besorgnis ausgelöst. Der Moskauer Patriarch Kyrill I. kondolierte sowohl dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron als auch dem katholischen Bischof von Nizza, Andre Marceau. An Macron schrieb der Patriarch, er sei zutiefst bestürzt über das Ereignis, in dieser „dunklen Stunde“ gelte sein Mitgefühl dem Präsidenten „und dem ganzen französischen Volk“. Die unter „sakrilegischem Missbrauch von religiösen Slogans“ verübten monströsen Grausamkeiten könnten den Wunsch des Volkes für ein friedliches Leben nicht erschüttern. Das Volk folge nicht dem bösen Willen von Kriminellen und sei nicht bereit, die „inhumane Ideologie der Grausamkeit und Gewalt“ als Norm anzuerkennen. Kyrill I. brachte sein Mitgefühl mit den Angehörigen und Freunden der Ermordeten zum Ausdruck und sagte sein Gebetsgedenken zu.

In seinem Kondolenzschreiben an Bischof Marceau betonte der Moskauer Patriarch seine tiefe Trauer über die schreckliche Mordtat in der Basilika an der avenue Jean-Medecine im Herzen der Altstadt von Nizza.  Sein Mitgefühl gelte dem Bischof, dem Klerus und den Gläubigen der Diözese Nizza, den Verwandten und Freunden der Opfer.  Im Vertrauen auf das Jesus-Wort „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ gelte das Gebet der Seelenruhe der Opfer.

Das Oberhaupt der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, Großerzbischof Swjatoslaw (Schewtschuk), brachte sein Mitgefühl in Kondolenzbriefen an den Vorsitzenden der Französischen Bischofskonferenz, Erzbischof Eric de Moulins-Beaufort, und an Bischof Andre Marceau zum Ausdruck. Sein Gebet gelte den Opfern, der christlichen Gemeinschaft und der Stadt Nizza, aber auch allen Katholiken und allen Bürgern von Frankreich, so der Großerzbischof. Wörtlich schrieb Großerzbischof Swjatoslaw: „Das Anwachsen des Hasses und der Gewalt in der Welt ruft uns auf, dem Beispiel Unseres Herrn zu folgen, der in diese sündige Welt gekommen ist, um seine Solidarität mit allen Menschen zu bezeugen, vor allem mit denen, die unter Gewalt und Unrecht leiden“. In dieser Periode der weltweiten politischen und gesundheitlichen Krise, der sozialen und moralischen Verwirrung, dürfe man nie daran zweifeln, „dass Christus unter uns ist“.