Studierende des Jerusalemer „Theologischen Studienjahrs“ bei Papst Franziskus

Die coronabedingt in Rom „exilierten“ Teilnehmenden des Studienjahrs der „Dormitio“-Abtei haben eine wichtige Aufgabe für den Dialog mit der Welt

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Foto ©: Dnalor 01 (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Vatikanstadt, 18.12.20 (poi)  Papst Franziskus hat am Freitag in der Sala Clementina des Vatikans die Teilnehmenden des „Theologischen Studienjahrs“ der Jerusalemer „Dormitio“-Abtei empfangen. In seiner Ansprache betonte der Papst seine Freude, die Studierenden und Verantwortlichen des „Theologischen Studienjahrs“ unter Führung von P. Nikodemus Schnabel OSB (der dem Konsultoren-Kollegium von „Pro Oriente“ angehört) im Vatikan begrüßen zu können. Coronabedingt findet das Studienprogramm zum ersten Mal nicht im Heiligen Land statt, sondern wird am „Pontificio Ateneo Sant’Anselmo“ in Rom ausgerichtet. Der Papst bezeichnete das Studienprogramm als „eine Gelegenheit für Studierende der katholischen und evangelischen Theologie, die biblischen Stätten kennenzulernen und den Ostkirchen sowie der jüdischen und islamischen Welt zu begegnen“. Wörtlich fügte er hinzu: „Auch wenn ihr in diesem Jahr diese Erfahrung nicht im Heiligen Land machen könnt, da ihr euch gleichsam im ‚Exil‘ befindet, wie es P. Schnabel bezeichnet, so sollen das vertiefte Studium der Heiligen Schrift, die Ökumene und der interreligiöse Dialog stets ein typisches Kennzeichen eures Programms bleiben“.

Als Theologiestudierende seien die Teilnehmenden des „Theologischen Studienjahrs“ der „Dormitio“ für die Menschen von heute „Zeugen für die Bedeutung Gottes im Leben und für die Fülle, die ein gelebter Glaube schenkt“. Es sei die Aufgabe der jungen Theologiestudierenden, „in den Dialog mit einer Welt zu treten, in der es immer weniger Platz für die Religion zu geben scheint“. Papst Franziskus: „Es ist eine Aufgabe, die wir mit allen Gläubigen der verschiedenen Religionen teilen, weil wir wissen, dass es für unsere Gesellschaften gut ist, wenn wir Gott in ihnen gegenwärtig machen. Unsere Überzeugung ist, dass die Religionen einen wertvollen Beitrag zum Aufbau von Geschwisterlichkeit und zur Verteidigung der Gerechtigkeit in der Gesellschaft leisten“.  Wenn man aus verschiedenen Gründen Gott aus der Gesellschaft ausschließen wolle, werde man am Ende „Götzen anbeten“, der Mensch werde sehr bald selber verlieren.

Papst Franziskus betonte seine Hoffnung, dass das „Theologische Studienjahr“ eine wichtige Etappe auf dem wissenschaftlichen, geistigen und menschlichen Weg der jungen Leute sein wird und dass sie nach ihrem „Exil“ bald die Möglichkeit haben werden, das „gelobte Land“, die heiligen Stätten der Bibel, näher kennenzulernen. Mit seinem Segen ersuchte der Papst die Studierenden, für ihn zu beten.

Akademischer Träger des „Theologischen Studienjahres“ Jerusalem und des Laurentius-Klein-Lehrstuhls für Biblische und Ökumenische Theologie an der „Dormitio“-Abtei ist die Theologische Fakultät des „Pontificio Ateneo Sant’Anselmo“ in Rom. P. Nikodemus Schnabel fungiert als Delegierter des Dekans der Theologischen Fakultät von Sant’Anselmo und als Studienpräfekt des „Theologischen Jahres“.