Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit: Entsetzen über Halle

Prof. Jäggle betont, dass der Angriff auf die Synagoge mit ihrer betenden Gemeinde in erschreckender Weise zeigt, wohin Rechtsradikalismus, Antisemitismus und Judenfeindschaft führen können

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Foto: © Bwag (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International)

Wien, 10.10.19 (örkö/poi)  Der Vorstand des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekundete am Donnerstag sein Entsetzen über das Attentat auf die jüdische Gemeinde von Halle/Saale, der er sich zutiefst verbunden weiß. Prof. i.R. Martin Jäggle, der Vorsitzende des Koordinierungsausschusses: „Wir trauern um die Opfer und sind voll Mitgefühl für deren Angehörige und für die Verletzten. Wir sind empört, dass eine so bösartige Tat geschehen kann, die den Versuch darstellt, eine fastende und betende jüdische Gemeinde an ihrem heiligsten Tag auszulöschen“. Der Angriff zeige in erschreckender Weise, wohin Rechtsradikalismus, Antisemitismus und Judenfeindschaft führen können.

Dass in Europa – und auch in Österreich – jüdische Gemeinden nur unter Polizeischutz beten und feiern können,“ ist eigentlich unerträglich und darf nicht einfach als Normalität hingenommen werden“, betonte Prof. Jäggle. Die Sicherheitsvorkehrungen seien leider unerlässlich, aber letztlich zähle der entschlossene Einsatz gegen Antisemitismus und Judenfeindschaft, „damit jüdische Gemeinden sicher und ohne Angst in unserem gemeinsamen Land gut leben können, in einer Gesellschaft, in der man ohne Angst verschieden sein kann“.

Dazu wolle auch der ökumenischer Praxistag des Koordinierungsausschusses „Judentum in Religionsunterricht, Verkündigung und Liturgie“ am 21. November  in Salzburg beitragen, zu dem alle Interessierten eingeladen sind. Dieser Studientag bietet einen Überblick darüber, was als Konsequenz aus einer erneuerten Sicht der Kirchen auf das Judentum auf unterschiedlichen Feldern zu tun oder zu unterlassen ist. Es gelte zum Beispiel, Einsichten der Theologie zur Kenntnis zu nehmen und überkommene stereotype Vorstellungen nicht mehr zu verbreiten (Pharisäer, Nächstenliebe/Feindesliebe). In anderen Bereichen sei es notwendig, traditionelle Gegensätze zu überwinden und etwa „Liebe, Gnade und Barmherzigkeit“ auch im Judentum zu finden. Auch die Wertschätzung der Thora als Quelle der Verkündigung Jesu und Lebenskraft des Judentums bis heute sei neu zu entdecken.  Zugleich wird in der Ankündigung des Praxistags betont, dass aber auch eine „wohlmeinende Vereinnahmung des Judentums und seine ‚Folklorisierung‘ zu vermeiden“ seien. Das Hauptreferat hält in Salzburg Detlef Heckling vom Katholischen Bibelwerk Schweiz.

Dazu wolle auch der ökumenischer Praxistag des Koordinierungsausschusses „Judentum in Religionsunterricht, Verkündigung und Liturgie“ am 21. November  in Salzburg beitragen, zu dem alle Interessierten eingeladen sind. Dieser Studientag bietet einen Überblick darüber, was als Konsequenz aus einer erneuerten Sicht der Kirchen auf das Judentum auf unterschiedlichen Feldern zu tun oder zu unterlassen ist. Es gelte zum Beispiel, Einsichten der Theologie zur Kenntnis zu nehmen und überkommene stereotype Vorstellungen nicht mehr zu verbreiten (Pharisäer, Nächstenliebe/Feindesliebe). In anderen Bereichen sei es notwendig, traditionelle Gegensätze zu überwinden und etwa „Liebe, Gnade und Barmherzigkeit“ auch im Judentum zu finden. Auch die Wertschätzung der Thora als Quelle der Verkündigung Jesu und Lebenskraft des Judentums bis heute sei neu zu entdecken.  Zugleich wird in der Ankündigung des Praxistags betont, dass aber auch eine „wohlmeinende Vereinnahmung des Judentums und seine ‚Folklorisierung‘ zu vermeiden“ seien. Das Hauptreferat hält in Salzburg Detlef Heckling vom Katholischen Bibelwerk Schweiz.