Moskauer Patriarch traf mit Delegation katholischer Nachwuchspriester zusammen

Kyrill I. betonte Bedeutung der seit mehreren Jahren etablierten kulturellen und akademischen Austauschprogramme zwischen dem Moskauer Patriarchat und dem Heiligen Stuhl

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Foto: © Serge Serebro, Vitebsk Popular News (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International)

Moskau, 01.09.19 (poi) Der Moskauer Patriarch Kyrill I. hat die Bedeutung der seit mehreren Jahren etablierten kulturellen und akademischen Austauschprogramme zwischen dem Moskauer Patriarchat und dem Heiligen Stuhl betont. Patriarch Kyrill empfing am 28. August – dem Fest des Entschlafens der Gottesmutter (Maria Himmelfahrt) nach Julianischem Kalender – die Teilnehmer des 5. Sommerkurses für römisch-katholische Priester und Ordensleute nach der Göttlichen Liturgie in der Uspenskij-Kathedrale des Kremls.  P. Hyacinthe Destivelle vom Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen, der die römische Delegation leitete, hob seinerseits die Nützlichkeit der alljährlichen Sommerkurse hervor, die den Nachwuchskräften im Klerus die Begegnung mit der jeweils anderen Kirche ermöglichen.

Der diesjährige Sommerkurs ging am Sonntag zu Ende. Die römisch-katholischen Priester und Ordensleute waren Gäste des von Metropolit Hilarion (Alfejew) geleiteten Theologischen Kyrill-Method-Instituts für Postgraduate-Studien. Am 26. August kamen die Teilnehmer des Sommerkurses mit dem Metropoliten zusammen, der sich allen Fragen über die aktuellen Beziehungen zwischen römisch-katholischer und russisch-orthodoxer Kirche stellte. Anschließend besuchten die Mitglieder der vatikanischen Delegation das  Nowospasskij-Kloster und die Synodalabteilung für die Beziehungen der Kirche zur Gesellschaft und zu den Medien, die von Wladimir Legojda, einem Nichtkleriker, geleitet wird.

Besonders beeindruckt waren die Besucher aus Rom vom Besuch in der Synodalabteilung für Caritas und soziale Dienste. Der stellvertretende Leiter der Abteilung, der Priester Aleksandr Aleschin, erläuterte die Arbeitsweise der russisch-orthodoxen Caritas. In den Eparchien entstehe die Caritasarbeit oft als Hilfsaktion für einzelne besonders bedürftige Personen. Die Synodalabteilung bemühe sich dann, durch Kurse, Online-Angebote und Studientage die Voraussetzungen für die Aufnahme der systematischen  Caritas-Arbeit auf lokaler – pfarrlicher und diözesaner – Basis zu schaffen.

Die jungen katholischen Priester und Ordensleute wurden auch mit konkreten Beispielen der Caritasarbeit wie der Obdachlosenhilfe (in der Sozialarbeiter, Psychologen und Priester zusammenarbeiten) und den Mutter-Kind-Zentren (derzeit gibt es 63 dieser Einrichtungen, jedes Jahr werden fünf bis sechs neue eröffnet) konfrontiert. P. Destivelle betonte, er sei immer wieder überrascht, welche Fortschritte die Caritas-Arbeit der russisch-orthodoxen Kirche in kurzer Zeit gemacht habe. Er setze auf Zusammenarbeit auch in diesem Bereich, weil dies der beste Weg für die Kirchen sei, „einander näher zu kommen“.