Nordmakedonien: Makedonische Orthodoxe Kirche hofft auf Autokephalie

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6. Februar 2020 (NÖK) Die von der Weltorthodoxie nicht anerkannte Makedonische Orthodoxe Kirche (MOK) hofft, dass ihr das Ökumenische Patriarchat die Autokephalie verleiht. Geweckt wurde diese Hoffnung durch einen Besuch des nordmakedonischen Ministerpräsidenten Oliver Spasovski und seines Vorgängers Zoran Zaev bei Patriarch Bartholomaios, um über die kirchlichen Probleme des Landes zu sprechen. Erzbischof Stefan (Veljanovski), das Oberhaupt der MOK, äußerte sich während eines Gottesdienstes optimistisch, als er sagte, die orthodoxen Lokalkirchen würden dank Konstantinopel die Wahrheit über die MOK erfahren und sie aufnehmen.

Seit die Orthodoxe Kirche der Ukraine (OKU) im Januar 2019 vom Ökumenischen Patriarchat gegen den Willen des Moskauer Patriarchats die Autokephalie erhalten hat, hoffen Vertreter der MOK, dass Konstantinopel in ihrem Fall analog vorgehen wird. Erzbischof Stefan dankte Bartholomaios, dass er auf die Bitte der MOK, ihren Status zu klären, eingegangen sei. Er bete, dass Gott die Serbische Orthodoxe Kirche (SOK), von der sich die MOK abgespalten hat, und die MOK erleuchte, damit sie ihre Probleme lösen. An ihrer Sitzung vom Mai 2019 hatte die Bischofsversammlung der SOK zwar entschieden, den Dialog mit der MOK weiterzuführen, seither gab es aber keine konkreten Schritte.

Bartholomaios versicherte 2018 jedoch, er würde der MOK niemals die Autokephalie verleihen, solange ihr Name „makedonisch“ enthalte. In einem Interview erklärte er 2019 zudem, dass er die Zuständigkeit der SOK für das Gebiet respektiere. Die MOK hatte sich 1967 von der SOK abgespalten und einseitig für autokephal erklärt. Seit einer Beinahe-Einigung 2002 bestehen in Nordmakedonien die unkanonische, aber mitgliederstarke MOK und die Erzdiözese Ohrid, die Teil der SOK ist, nebeneinander. 2017 hatte sich die MOK mit der Bitte an die Bulgarische Orthodoxe Kirche (BOK) gewandt, sie bei ihren Bemühungen um die Anerkennung ihrer Autokephalie zu unterstützen. Darauf war die BOK zwar – sehr zum Ärger der SOK und der Griechischen Orthodoxen Kirche – eingegangen, es kam aber zu keinen konkreten Fortschritten.

Nun hat Metropolit Gavriil (Dinev) von Loveč erklärt, die MOK könne ihre Autokephalie entweder von der SOK – ihrer Mutterkirche – oder von einem panorthodoxen Konzil erhalten, dies seien historisch gesehen die einzigen Möglichkeiten. Die MOK sei zwar früher Teil der BOK gewesen, aber seit den Balkankriegen von 1912/1913 gehöre sie zur SOK. Daher könne die BOK nicht als Mutterkirche der MOK betrachtet werden und dieser auch nicht die Unabhängigkeit gewähren. Zwar würde die BOK laut Metropolit Gavriil es begrüßen, wenn die MOK das Schisma überwinden und unabhängig werden würde. Aber der Prozess müsse kanonisch und von der Orthodoxie anerkannt sein, sonst sei das Unterfangen sinnlos. (NÖK)