Papst Franziskus soll im Frühjahr 2019 Rumänien besuchen

Vorsitzender der Rumänischen Bischofskonferenz, Erzbischof Robu, berichtet nach Ad-limina-Besuch über spontane Zusage des Papstes – Ökumenische Situation ist nicht mehr so gut wie 1999 bei der Begegnung zwischen Papst Johannes Paul II. und Patriarch Teoctist

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Foto: © Alexandra Hegedus (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Romania)

Vatikanstadt-Bukarest, 10.11.18 (poi) Papst Franziskus wird wahrscheinlich im Frühling 2019 Rumänien einen Pastoralbesuch abstatten. Dies erklärte der römisch-katholische Erzbischof von Bukarest (und Vorsitzende der Rumänischen Bischofskonferenz), Ioan Robu, im Gespräch mit Journalisten in Rom. Erzbischof Robu war gemeinsam mit den anderen 16 katholischen Bischöfen Rumäniens (sowohl des lateinischen wie des byzantinischen Ritus) am 9. November von Papst Franziskus zum Ad-limina-Besuch empfangen worden. Die Einladung der Bischöfe nahm der Papst spontan an. Es werde jetzt mit den zuständigen Stellen des Heiligen Stuhls, mit den rumänischen Behörden, vor allem aber mit der rumänisch-orthodoxen Kirche intensive Gespräche geben, um die Modalitäten des Papstbesuchs festzulegen, sagte Robu.

Der Bukarester Erzbischof bedauerte im Gespräch mit den Journalisten, dass die Beziehungen zwischen orthodoxer und griechisch-katholischer Kirche kühl seien, vor allem wegen der Frage der Restitution des Kirchenbesitzes. Die unierte griechisch-katholische Kirche sei in Rumänien 1948 vom kommunistischen Regime mit der orthodoxen Kirche zwangsvereinigt worden, erst nach der Revolution von 1989/90 konnten die Unierten wieder aus den Katakomben in das Licht der Öffentlichkeit steigen. Die Rückgabe der griechisch-katholischen Gotteshäuser sei nur schrittweise erfolgt; es gebe immer noch viele unerledigte Fälle, zum Beispiel die Kathedrale von Baia mare.

Im Vergleich zum Jahr 1999, als Papst Johannes Paul II. mit Patriarch Teoctist in Bukarest zusammentraf und in der Menge der Ruf „Unitate“ (Einheit) erklang, werde es im kommenden Jahr schwieriger sein, meinte Robu. Damals, 1999, hätten die Orthodoxen – mit Patriarch Teoctist an der Spitze – an der katholischen Messfeier teilgenommen, die Katholiken am orthodoxen Gebet mit Johannes Paul II. Das werde jetzt nicht mehr so möglich sein. Seit 2008 unterstütze die orthodoxe Seite kein gemeinsames Gebet mit katholischen oder evangelischen Christen mehr. Daher gebe es auch keinen ökumenischen Gottesdienst in der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen mehr.

Erzbischof Robu betonte die Bedeutung der Aufbauarbeit der katholischen Kirche in Rumänien. Viel von dem, was es vor der kommunistischen Machtergreifung 1947 gegeben habe, sei wiederhergestellt worden, etwa im Bereich der katholischen Laienorganisationen und der katholischen Medien. Die Zahl der Pfarrgemeinden habe sich vervielfacht, seit 1990 seien in Bukarest allein 30 neue katholische Gotteshäuser gebaut worden. Die geistlichen Berufungen seien nach wie vor relativ zahlreich. Derzeit gebe es 44 rumänische katholische „Fidei donum“-Priester, die in verschiedenen europäischen Ländern eingesetzt seien.